AOK-Analyse

So häufig ist Osteoporose

In Deutschland leiden einer aktuellen Analyse zufolge 3,63 Millionen Menschen an einer Osteoporose – dies entspricht etwa 4,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Der Großteil davon sind Frauen.

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Frankfurt/Main. 1,3 Millionen Menschen in Deutschland sind Osteoporose-bedingt stark gefährdet, eine Fraktur zu erleiden. Das geht aus einer Analyse von Daten der AOK Plus hervor.

Professor Peyman Hadji vom Frankfurter Hormon- und Osteoporosezentrum und seine Kollegen hatten jene Patienten identifiziert, die zwischen 2010 und 2016 mindestens eine Osteoporose-Diagnose erhalten und eine Fraktur erlitten hatten. Die erhobenen Daten waren dann auf die Bevölkerung in Deutschland extrapoliert worden (Osteologie 2019; 28: 74-75).

83 Prozent sind Frauen

Demnach leiden 3,63 Millionen Menschen an einer Osteoporose – dies entspricht 4,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Davon sind 83 Prozent Frauen und 17 Prozent Männer.

Die Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus. Rechnet man die Neudiagnosen laut AOK im Jahre 2016 auf Deutschland hoch, müssten über 588.000 Menschen neu mit Osteoporose identifiziert worden sein, besonders Frauen.

Neue vertebrale oder Femurfrakturen haben im Studienzeitraum von sechs Jahren fast 276.000 Frauen über 54 Jahre und 58.000 Männer über 59 Jahre erlitten.

Viele beenden Therapie binnen eines Jahres

Zusammengefasst benötigen demnach und nach Definition des Dachverbandes Osteologie DVO in Deutschland 1,3 Millionen Frauen und Männer eine spezifische Osteoporosemedikation.

Die tatsächlichen Behandlungsraten sind jedoch deutlich geringer, wenngleich die Zahlen sich etwas verbessert hätten, so Hadji zur „Ärzte Zeitung“. „40 bis 50 Prozent erhalten mindestens einmal ein Rezept.“

Allerdings beenden etwa 80 Prozent der Patienten die Therapie innerhalb eines Jahres wieder. (ner)

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