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KOMMENTAR

So viele Kaiserschnitte - warum ist das so?

Von Gabriele Wagner Veröffentlicht:

Der Anteil der Kaiserschnitte an den Geburten steigt - in Bremen zum Beispiel von zwölf Prozent im Jahr 1990 auf 25 Prozent 2005. Warum? Liegt das an Promis wie Claudia Schiffer, die per Bauchschnitt entbunden haben? Liegt es an den Gynäkologen, die viele Eingriffe für ihre Facharzt-Ausbildung brauchen?

Nein, sagen Gynäkologen vom Berufsverband der Frauenärzte. Die Zahl spiegele vielmehr Erwartungen wider, wie in der modernen Medizin eine Geburt zu verlaufen habe.

Die Kollegen haben recht. Schaut man sich Online-Foren an, in denen werdende Mütter über Geburt kommunizieren, geht es vor allem um Ängste. Etwa, daß Babys bei einer natürlichen Geburt Schaden nehmen. Es geht auch um die Erwartung, daß eine Geburt per Sectio so wunderbar kontrollierbar ist.

Viele Frauen wissen aber nicht, daß ihr Risiko zu sterben bis zu dreimal höher ist als bei einer vaginalen Entbindung. Und daß die Rate von Totgeburten nach einer Sectio erhöht ist. Nimmt man Frauen die Angst vor einer natürlichen Geburt, kann das dazu beitragen, die Zahl der Schnittentbindungen zu senken. Die Sectio ist eine Option bei Problemen - und so sollte es bleiben.

Lesen Sie dazu auch: Etwa ein Viertel der Kinder kommt durch Sectio zur Welt

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