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So wird richtig und schmerzarm gemessen

Ideal wäre es, den Blutzucker im arteriellen Blut zu messen, das ergäbe die genauesten Werte. Weil dies bei der Selbstkontrolle nicht praktikabel ist, wird Blut aus Kapillaren verwendet, die einen hohen Anteil arteriellen Blutes enthalten. Am besten zugänglich sind die Kapillaren an den Fingern, am Ohrläppchen und am Handballen.

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Die Durchblutung am Finger ist etwa siebenmal so stark wie die Durchblutung der Unterarmhaut. Das Netz von Mechano- und Schmerzrezeptoren der Fingerkuppen ist an den Seiten der Fingerbeere weniger dicht, weshalb dort der Blutstropfen entnommen werden soll.

Je tiefer man sticht, desto mehr Schmerzrezeptoren werden gereizt. Andererseits muss man tief genug stechen, um ausreichend Blut zu gewinnen. Den Kompromiss zwischen Schmerzarmut und ausreichender Blutmenge findet jeder nur durch probieren heraus. Denn die Haut eines Handwerkers ist eine andere als die einer Büroangestellten. Mit modernen Stechhilfen lässt sich die Eindringtiefe graduiert einstellen, so dass jeder Diabetiker "seine" Eindringtiefe bestimmen kann.

Jede Lanzette darf nur einmal benutzt werden.

Auch die Geschwindigkeit, mit der man sticht, ist wichtig dafür, ob und wie stark Schmerz empfunden wird. Die schussartige Penetration der Haut mancher Stechhilfen ist kaum schmerzhaft, vor allem dann, wenn seitliche Schwingungen beim Stechvorgang ebenfalls vermieden werden: die Lanzetten dieser Stechhilfen führen automatisch eine lineare, präzise Vor- und Rückbewegung aus. Wichtig ist es, die Lanzetten nur jeweils einmal zu benutzen, denn sie werden schnell stumpf, wie mikroskopische Aufnahmen bestätigt haben.

Die Blutentnahme am Ohrläppchen ist der Entnahme am Finger messtechnisch gleichwertig. Dafür benötigt man allerdings einen Spiegel oder eine Hilfsperson. Wer permanent am Ohrläppchen misst, muss mit Verdickung und Vergrößerung desselben rechnen. Weitere Alternativen sind beispielsweise der Handballen, der Unterarm oder der Oberschenkel (AST - Alternativ-Stellen-Testen). Das sollte der betreffende Patient zuvor mit seinem Diabetologen abstimmen, denn vor allem schnelle Blutzuckeränderungen werden nur mit Zeitverzögerung erfasst (Hypoglykämie-Gefahr). Geeignet ist AST-Messung nur für stabil eingestellte Diabetiker. Zu bedenken ist auch, dass der Messkomfort an AST-Stellen eingeschränkt ist: Es ist schwieriger, ausreichend Blutvolumen zu gewinnen und Nachblutungen verschmutzen leicht die Kleidung.

Die Blutzucker-Teststreifen sind empfindliche Hightech-Produkte, Bestandteile eines Minilabors mit chemischen Reagenzien, die darüber hinaus ein Verfallsdatum haben. Darüber müssen Diabetiker informiert werden. Jeder fünfte Diabetiker bewahrt die Teststreifen nicht immer in der verschlossenen Teststreifendose auf. Erhebliche Temperaturunterschiede zwischen Teststreifen und Gerät, hohe Luftfeuchte, beeinflussen die Messgenauigkeit negativ. Richtig ist: Dose auf, Teststreifen entnehmen, Dose zu. Das schont die Glukosesensoren. Neuere Messsysteme können elektronisch die Haltbarkeit eines jeden Teststreifens prüfen sowie Einflüsse von Luftfeuchtigkeit und Temperatur erkennen. (ner)

Tipps zur Blutzuckermessung in Kürze

  • Die Hände sollen sauber und trocken sein (keine Nahrungs-/ Saftreste oder Creme).
  • Förderung der Durchblutung: vorheriges Waschen mit warmem Wasser, Finger massieren, Hände reiben, Arme herabhängen lassen und: entspannen - Stress verengt die Gefäße!
  • Desinfektion ist unnötig. Wer nicht darauf verzichten will: keine farbigen Desinfektionsmittel verwenden, vollständig verdunsten lassen, nicht abwischen! Es darf kein Desinfektionsmittel mit den Teststreifen in Berührung kommen.
  • So misst man schmerzarm: Stechhilfe an seitlicher Fingerkuppe fest andrücken, Lanzettenwechsel vor jeder Anwendung, systematisches Wechseln der Punktionsstellen, anpassen der Stechtiefe an individuelle Hautdicke.
  • So gewinnt man ausreichend Blut: nicht der Durchmesser der Lanzette ist entscheidend, sondern die Einstechtiefe! Finger und Ohrläppchen sind am besten geeignet.
  • Leichtes Ausstreichen der Finger verfälscht nicht das Messergebnis.
  • Der erste Blutstropfen muss nicht verworfen, sondern darf zur Messung verwendet werden.
  • Handpflege: Austrocknen der Haut vermeiden, z.B. keine Alkoholtupfer verwenden, Waschen mit milden Seifen, regelmäßig mit guter Handcreme eincremen (nicht vor der Messung!)
  • Diabetiker mit Sensibilitätsstörungen: Stechsysteme verwenden, die die Lanzette automatisch auswerfen. Wenn das Abdrehen der Sterilkappe Probleme bereitet: Lanzetten-Trommel empfehlen.
  • Hygiene: Verschmutzen der Einstichstelle vermeiden, z. B. bei Arbeit im Garten mit Pflaster abdecken, Stechhilfe sauber halten.

(ner)

Quelle: Roche Diagnostics

Lesen Sie mehr im Special: Blutzucker-Selbstmessung

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