Direkt zum Inhaltsbereich

Carotisstenose

Sono erkennt drohende Stent-Verengung

GÖTTINGEN (eb). Der drohende Verschluss eines Carotis-Stents kann mit Duplexsonografie rechtzeitig erkannt werden. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) aus Anlass einer aktuellen Studie hin.

Veröffentlicht:

In Deutschland ereignen sich jährlich etwa 200.000 erstmalige und über 60.000 erneute Schlaganfälle, erinnert die DEGUM in ihrer Mitteilung. Etwa jeder fünfte Gehirnschlag gehe auf eine Carotisstenose zurück.

Carotisstenosen können bekanntlich rein medikamentös, offen chirurgisch oder mit einem Stent behandelt werden. "Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Gefahr einer Restenose im ersten Jahr nach der Implantation besonders groß ist", wird Professor Christof Klötzsch, Leiter der DEGUM-Sektion Neurologie aus Singen, zitiert.

Wie häufig es nach Stent-Implantationen in die Carotis zu Restenosen kommt, hat jetzt ein Team um Dr. Katrin Wasser von der Uni Göttingen geprüft (J Neurol. 2012; 259(9): 1896-902).

Ärzte können Struktur der Blutgefäße erkennen

Bei 12 der 215 Stents, die zwischen Mai 2003 und Juni 2010 bei insgesamt 198 Patienten implantiert wurden, kam es zu einer hochgradigen Restenose.

"Bei einigen Patienten wurden die Stents schon nach wenigen Monaten vom körpereigenen Gewebe überwuchert", sagt Studienleiter Privatdozent Dr. Klaus Gröschel, Oberarzt und Leiter der Stroke Unit der Universitätsmedizin Mainz. "Die Hälfte der Patienten entwickelte später einen Schlaganfall oder verstarb."

Besonders gefährdet seien Patienten, bei denen nach vorangegangener Gefäß-Op bereits eine Restenose aufgetreten ist, oder bei denen das Blut nach der Stent-Behandlung nicht optimal fließt, berichtet die DEGUM.

Diese Patienten müssten besonders sorgfältig überwacht werden. Mit Duplexsonografie ließen sich Restenosen rechtzeitig aufdecken. Mit dieser Technik können Mediziner die Struktur der Blutgefäße erkennen und gleichzeitig den Blutfluss beurteilen.

Ausmaß der Stenose kann gemessen werden

"Ein erster Hinweis auf eine Stenose ist ein Anstieg der Geschwindigkeit, mit der das Blut die Engstelle passiert", erläutert Christof Klötzsch, der als Chefarzt die Abteilung Akutneurologie der Kliniken Schmieder Allensbach und die Neurologische Abteilung des Hegau-Klinikums Singen leitet.

Später komme es auch zu Turbulenzen im Blutfluss. Auch das Ausmaß der Stenose könne im Ultraschall exakt gemessen werden.

Da die Sonografie für den Patienten ungefährlich ist, kann sie jederzeit wiederholt werden.

"Die Untersuchung sollte unbedingt durch einen qualifizierten, DEGUM-zertifizierten Experten erfolgen", empfiehlt Klötzsch: "Mit Hilfe des Duplex-Verfahrens können wir den richtigen Zeitpunkt für eine erneute Therapie finden und einem drohenden Schlaganfall wirksam vorbeugen."

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Akuter ischämischer Insult oder TIA

Schützt GLP-1-Rezeptoragonist vor frühen Schlaganfall-Rezidiven?

Strategie nach Ende der DAPT

Nach perkutaner Koronarintervention bevorzugt Clopidogrel einsetzen

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Herzstillstand durch Dauerlauf

Wie gefährlich sind Marathons fürs Herz?

Lesetipps
Ein Arzt schaut sich ein EGK an.

© Evgeniy Kalinovskiy / stock.adob

Beispiele zum Durchklicken

Auffälliges EKG: Was steckt hinter diesen 13 Fällen?