Diabetes mellitus

Sport bei Typ-1-Diabetes ist sicher

BONN (ner). Regelmäßiger Sport wirkt sich bei Kindern mit Typ-1-Diabetes positiv auf die Blutzuckereinstellung aus. Die Gefahr schwerer Hypoglykämien erhöht sich durch sportliche Aktivität nicht.

Veröffentlicht: 09.06.2006, 08:00 Uhr

Den Nutzen von regelmäßigem Sport haben die Diabetologen bei 19 000 Kindern und Jugendlichen mit Typ- 1-Diabetes untersucht. Die Teilnehmer waren zwischen drei und 20 Jahre alt. "Regelmäßig" war definiert als mindestens einmal pro Woche für 30 Minuten über mindestens ein Jahr.

Kinder und Jugendliche, die mehr als dreimal wöchentlich Sport treiben, hatten in der Studie mit 8,1 Prozent einen signifikant niedrigeren HbA1c als Kinder, die keinen Sport treiben (HbA1c: 8,4 Prozent), wie Dr. Antje Herbst aus Bonn berichtet (Arch Ped Adolesc Med 160, 2006, 573). Der Effekt trat in allen beteiligten Altersgruppen auf und war geschlechtsunabhängig. Zudem sank - nur bei Mädchen - durch Sport der Body-Mass-Index signifikant.

Ein weiteres Ergebnis: Mehr sportliche Aktivität war nicht mit vermehrten schweren Hypoglykämien verbunden, die fremde Hilfe erforderten. Insgesamt wurden 23 schwere Hypoglykämien pro 100 Patientenjahre und knapp fünf Hypoglykämien mit Bewußtseinsverlust pro 100 Patientenjahre registriert.

Auffallend war schließlich, daß die durchschnittlichen HbA1c-Werte insgesamt recht hoch und zunehmend schlechter waren, je älter die Teilnehmer waren. So lag bei den über 15jährigen Typ-1-Diabetikern ohne körperliche Aktivität der HbA1c deutlich über 8,5 Prozent, bei den Sportlern immer noch um etwa 8,3 Prozent.

Am besten war die Blutzuckereinstellung bei Kindern bis neun Jahre mit HbA1c-Werten von durchschnittlich unter 7,5 Prozent bei den Sportlern.

Die Studie bestätigte darüber hinaus, daß sportliche Typ-1-Diabetiker signifikant weniger Insulin benötigen als unsportliche.

Mehr zum Thema

Erhöhtes Risiko

Diabetiker sind gefährdeter für schweren COVID-19-Verlauf

Das könnte Sie auch interessieren
Umstellung auf GLP-1-RA – Welche Rolle spielt der Hausarzt?

Erfahrungen aus der Praxis

Umstellung auf GLP-1-RA – Welche Rolle spielt der Hausarzt?

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Was kann ein GLP-1-RA?

Start in die Injektionstherapie

Was kann ein GLP-1-RA?

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Studienlage im Überblick

GLP-1-RA für Erstverordner

Studienlage im Überblick

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Raucher: „Entwöhnung kommt oft viel zu spät“

Exklusiv Nikotinsucht

Raucher: „Entwöhnung kommt oft viel zu spät“

Trump: USA steigen aus der WHO aus

Mitten in der Corona-Krise

Trump: USA steigen aus der WHO aus

COVID-19 und Krebs: völlig neue Fragestellungen

Virtueller ASCO

COVID-19 und Krebs: völlig neue Fragestellungen

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden