Sportmedizin

Sportärzte in Vereinen und Praxen setzen oft auf homöopathische Mittel

MÜNCHEN (wst). Die deutschen Olympia- und Nationalmannschaftsärzte setzen bei Sport- und Alltagsverletzungen wie Prellungen, Muskelzerrungen, Sehnenscheiden- und Schleimbeutelentzündungen oft auf homöopathische Komplexmittel.

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Das gilt sowohl für die Therapie von Hochleistungssportlern in den Vereinen als auch für die Behandlung von Patienten in den Praxen, wie eine Umfrage unter Mitgliedern der Verbandsärzte Deutschland ergeben hat.

Die Ergebnisse stellte der Präsident der Vereinigung, Dr. Hubert Hörterer aus Bad Wiessee, auf einer von Heel ausgerichteten Veranstaltung in München vor.

Von 93 angeschriebenen Verbandsärzten hatten 54 Kollegen - überwiegend Allgemeinärzte (54 Prozent) sowie Orthopäden (14 Prozent), Internisten (11 Prozent) und Chirurgen (11 Prozent) - teilgenommen.

Die am häufigsten bei Sportverletzungen verwendeten topischen und oralen Arzneimittel waren NSAR, gefolgt von homöopathischen Komplexmitteln. Bei den Topika waren es Salicylsäure-Derivate und Capsicum-Präparate.

Komplexmittel wird für Injektionen bevorzugt

Bei Injektionsarzneimitteln gegen Sportverletzungen rangierten homöopathische Komplexmittel in der Anwendungshäufigkeit sogar an erster Stelle, gefolgt von Kortikosteroiden und NSAR.

Zwar wurden NSAR in allen drei Applikationsformen, bei den Injektionsmitteln auch den Kortikosteroiden, mehrheitlich eine bessere Wirksamkeit als homöopathischen Komplexmitteln eingeräumt. Die Kollegen begründeten ihren dennoch häufigen Gebrauch von Komplexmitteln mit der herausragenden Verträglichkeit.

Bei den topischen Arzneimitteln bescheinigte nur jeder zweite der befragten Kollegen NSAR eine gute bis sehr gute Verträglichkeit; bei homöopathischen Komplexmittel gaben dieses gute Urteil 97 Prozent ab.

Ein weiteres wichtiges Argument für die Anwendung von homöopathischen Komplexmitteln im Hochleistungssport: Eine Dopingwirkung ist ausgeschlossen, betonte Hörterer.

Die Hochdosistherapie wird für Leistungssportler genutzt

Speziell das homöopathische Komplexmittel Traumeel® S, das es in topischer, oraler und injizierbarer Applikationsform gibt, wurde häufig genutzt: Bei unterschiedlichen Sportverletzungen spritzten 79 Prozent der Ärzte das Mittel, das dann besonders schnell wirkt.

54 Prozent verordnen zusätzlich oder alternativ die Salbe, 42 Prozent die Tabletten und zehn Prozent die orale Tropfenzubereitung.

Etwa 70 Prozent halten sich dabei an die Dosisempfehlungen des Hersteller. 30 Prozent der Kollegen geben Leistungssportlern bis zum Zehnfachen der empfohlenen Dosis. Die Hochdosistherapie wird vor allem für solche Sportler zunehmend empfohlen.

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