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DGK-Jahrestagung

Stellenwert von Herz-CT in der KHK-Diagnostik wird zunehmen

Die kardiale CT wird künftig weiter an Bedeutung in der Früherkennung von Kalkablagerungen und der Untersuchung von Koronargefäßen gewinnen, prognostizierten Kardiologen bei der DGK-Jahrestagung.

Peter OverbeckVon Peter Overbeck Veröffentlicht:
CT: In Großbritannien wurde die CT-Koronarangiografie kürzlich deutlich aufgewertet.

CT: In Großbritannien wurde die CT-Koronarangiografie kürzlich deutlich aufgewertet.

© ep stock / Fotolia.com

MANNHEIM. Die kardiale Computertomografie ist in den zurückliegenden Jahrzehnten technisch erheblich verbessert worden. So konnte etwa die damit verbundene Strahlenexposition für die Patienten deutlich reduziert werden. Die verbesserte räumliche Auflösung erlaubt inzwischen eine präzise Darstellung auch von kleinen Strukturen in den Koronararterien.

Häufigste Anwendung findet die kardiale CT derzeit als CT-Koronarangiografie (CCTA). Gegenüber der invasiven Koronarangiografie hat sie den Vorteil, dass es sich um ein nicht invasives diagnostisches Verfahren handelt, betonte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) Professor Hugo Katus bei der Eröffnungs-Pressekonferenz zur Jahrestagung der Gesellschaft.

Aufgrund der präzisen Darstellung der Koronaranatomie erreicht die CCTA eine hohe Sensitivität und einen hohen negativen prädiktiven Wert. Somit lasse sich mit diesem Verfahren eine koronare Herzerkrankung mit hoher Präzision ausschließen, berichtete Katus, der am Uniklinikum Heidelberg tätig ist. Dank des hohen negativen prädiktiven Wertes der CCTA sei keine invasive Herzkatheteruntersuchung mehr notwendig. In den europäischen Leitlinien wird die Anwendung der CCTA bei Patienten mit einer relativ niedrigen Prätestwahrscheinlichkeit für eine KHK empfohlen.

CT-Untersuchungen sind in aller Regel Sache der Radiologen. Die Indikationsstellung zum Herz-CT und die Interpretation der Befunde erforderten allerdings kardiologischen Sachverstand, betonte Katus. Somit sei eine enge Kooperation beider Fachrichtungen gefordert.

In Großbritannien hat das National Institute for Clinical Excellence (NICE), dessen Empfehlungen einen hohen Stellenwert im staatlichen britischen Gesundheitswesen haben, die CCTA kürzlich deutlich aufgewertet. Sie hat nun den Rang der KHK-Erstliniendiagnostik. Sie soll demnach zur Anwendung kommen, wenn klinisch typische oder auch untypische Angina pectoris-Symptome bestehen oder wenn bei klinisch eher nicht kardialen Beschwerden Angina pectoris-typische EKG-Veränderungen gefunden werden, also (nicht infarkttypische) Veränderungen von ST-Strecke oder T-Welle beziehungsweise Q-Zacken.

Bezogen auf Deutschland erteilte Katus einer solchen Aufwertung der CCTA allerdings derzeit eine klare Absage.

Weitere Informationen zur Kardiologie: www.springermedizin.de

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