Störungen von Geruchs- und Farbsinn sollten stutzig machen

Patienten mit einem beginnenden M. Parkinson haben oft therapieresistente schmerzhafte Verspannungen oder Depressionen. Da frühe Diagnose und Therapie wichtig sind, ist es ratsam, einen Parkinson-Verdacht mit einfachen Tests zu überprüfen.

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Nicht-motorische Veränderungen machen sich oft Jahre vor den Hauptsymptomen bemerkbar. Durch Absterben dopaminerger Nervenzellen in Substantia nigra, Retina und Area olfactoria können die Patienten Farbkontraste schlecht erkennen und weder Oregano noch Vanille riechen. Der Verlust noradrenerger Zellen beeinträchtigt die kognitiven Fähigkeiten und bewirkt Depressionen.

Erste motorische Symptome können ein therapieresistenter Schulterhartspann sein. Oft wird das Sprechen leise und monoton, gegen Ende des Satzes werden Patienten schneller und lassen Wortteile aus. Die Schrift wird kleiner, krakelig und rutscht aus der Zeile.

Ein Parkinson-Verdacht läßt sich mit kurzen Tests überprüfen. Beim Auf- und Abgehen sind eine nach vorne gebeugte Körperhaltung und ein einseitig beim Gehen mitschwingender Arm zu erkennen. Die Faust schnell zu schließen und wieder zu öffnen gelingt nur verzögert.

Ein Widerstand bei passiver Bewegung des Armes deutet auf einen Rigor. Ein beginnender Ruhetremor hat meist vier bis sechs Schwingungen pro Sekunde, tritt nur einseitig auf und nimmt bei psychischer oder kognitiver Belastung zu.

Zur Frühdiagnose eignet sich auch ein Riechtest mit speziellen Stiften und einem Fragebogen. Läßt man die Patienten Töpfchen nach Farbnuancen sortieren, machen sie deutlich mehr Fehler als Personen ohne Morbus Parkinson. Erhalten sie 200 mg L-Dopa oral, bessern sich die Symptome nach 30 bis 60 Minuten deutlich. (mut)

Lesen Sie dazu auch: Steifigkeit kann Morbus Parkinson ankündigen

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