Direkt zum Inhaltsbereich

Strahlentherapie lindert dauerhaft Fersensporn-Schmerz

BOCHUM (ner). Jeder zweite Patient mit schmerzhaftem Fersensporn wird mit einer niedrig dosierten Strahlentherapie dauerhaft schmerzfrei. Die meisten spüren zumindest eine deutliche Linderung. Strahlentherapeuten aus Bochum empfehlen die Radiatio vor allem alten Menschen.

Veröffentlicht:

Bisherige Daten zur Strahlentherapie bei Fersensporn waren sehr heterogen. Darum hatten Oliver Schneider vom Marienhospital Herne der Ruhr-Universität Bochum und seine Kollegen vor fünf Jahren eine prospektive Studie mit 62 Patienten (73 Fersen) gestartet. Die Ergebnisse wurden nun vorgestellt (Strahlentherapie und Onkologie 180, 2004, 502).

    Wer lange am Fersensporn litt, bei dem war der Effekt geringer.
   

Danach spürten bereits während der Bestrahlungsserie mit insgesamt fünf Gy, verteilt auf sieben Sitzungen, viele Patienten eine Linderung, die über die Nachbeobachtungszeit von 40 Monaten meist noch besser wurde.

Sechs Wochen nach Abschluß der Radiotherapie ermittelten die Bochumer an jeder vierten Ferse eine "ausreichende Schmerzlinderung" (Linderung um mehr als 80 Prozent), beurteilt anhand der visuellen Analogskala. 18 Prozent der Fersen verursachten zu diesem Zeitpunkt keine Schmerzen mehr.

Diese Rate stieg im Laufe der Nachbeobachtung kontinuierlich an bis auf 53 Prozent nach 40 Monaten. Eine 50- bis 80prozentige Schmerzreduktion bei den Patienten wurde bei Studienende an weiteren 22 Prozent der Fersen erfaßt, eine geringe Linderung an 13 Prozent.

Die Strahlentherapeuten beobachteten keine signifikante Zunahme von Schmerzen oder signifikante Schmerzrezidive im Studienzeitraum. Auch unerwünschte Wirkungen gab es nicht. Hatte die Behandlung überhaupt keinen Effekt, was bei zehn Prozent der bestrahlten Fersen der Fall war, brachte eine zweite Bestrahlung auch nicht mehr viel. Je länger die Patienten bereits an den Fersenspornen litten, desto schlechter waren die Resultate.

Weiter empfehlen die Bochumer, während der Radiotherapie den mechanischen Streß an der Ferse möglichst zu begrenzen. Praktisch gelinge dies vor allem bei Personen, die nicht mehr berufstätig sind. Die Behandlungsmethode eigne sich daher besonders für ältere Menschen als Therapie der ersten Wahl.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Daten aus den USA

Riesenzellarteriitis ohne Sehstörung wird oft erst spät erkannt

Warnzeichen trockener Reizhusten

Wenn bei Rheuma die Lunge knistert

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Raumfahrtmediziner im Porträt

Jens Jordan – ein Arzt für Weltall und Erde

Lesetipps
Dreidimensionale gerenderte Darstellung der Anatomie des menschlichen Herzens.

© PIC4U / stock.adobe.com

Schutzmechanismus entdeckt?

Warum Krebs im Herzen selten vorkommt

Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram