Forschung

Stress beeinflusst Blutfluss im Hirn

Forscher haben einen möglichen Mechanismus entdeckt, wie Stress krank macht.

Veröffentlicht: 13.09.2018, 06:29 Uhr
Stress beeinflusst Blutfluss im Hirn

Chronischer Stress hat Auswirkungen auf das Gehirn, so Münchener Wissenschaftler.

© Argus / Fotolia

MÜNCHEN. Während akute Stressreaktionen der Anpassung des Organismus dienen, kann chronischer Stress bekanntlich zu psychiatrischen Erkrankungen führen Forscher haben einen Mechanismus entdeckt, der die individuellen Unterschiede in der Stressantwort erklären könnte, teilt das das Max-Planck-Instituts für Psychiatrie mit. Möglicherweise lässt sich so das individuelle Risiko für stressbedingte psychiatrische Erkrankungen besser bestimmen.

Verschiedene Studien mit deuten auf einen Zusammenhang zwischen chronischem Stress und Veränderungen in den Hirnregionen hin, die Stressreaktionen koordinieren. Die Forscher fanden nun Hinweise dafür, dass akuter Stress die Regulation des Blutflusses im Gehirn beeinflusst.

Funktionelles MRT zeigt Änderungen im Blutfluss

In ihrer Studie absolvierten 59 Teilnehmer einen standardisierten Test, der psychosozialen Stress hervorruft (PNAS 2018; online 10. September). Die Forscher untersuchten mit der funktionellen MRT Veränderungen in der Blutflussregulation des Gehirns. Es zeigte sich, dass sich die hämodynamische Antwort (HRF) in verschiedenen Hirnregionen veränderte, unter anderem im Hippocampus und präfrontalen Kortex. Diese Veränderungen erfolgten innerhalb weniger Minuten; mit ihrer Hilfe ließ sich die spätere Ausschüttung von Stresshormonen vorhersagen.

Weiter Analyse ergaben, dass genetische Unterschiede bei der Expression von KCNJ2, einem menschlichen Analog eines Gens, das die neurovaskuläre Kopplung unter Stress bei Ratten reguliert, mit HRF-Veränderungen zusammenhängen.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass akuter Stress zu einer schnellen, grundsätzlichen Funktionsanpassung des Gehirns führt. Möglicherweise beeinflussen individuelle Unterschiede auf dieser Ebene auch das Risiko, unter chronischem Stress Fehlanpassungen und letztlich psychische Symptome zu entwickeln", wird Mitautor Dr. Philipp G. Sämann in der Mitteilung zitiert. (eb/grz)

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