Subkutanes Interferon beta-1a bewährt sich auch langfristig

MÜNCHEN (sto). Patienten mit Multipler Sklerose (MS) sollten möglichst früh und dauerhaft mit Interferon beta behandelt werden. Für das subkutan injizierte Interferon beta-1a (Rebif®) wird diese Forderung von MS-Experten durch die PRISMS-Studie gestützt, für die es jetzt auch Langzeitdaten über eine Zeit von bis zu acht Jahren gibt.

Veröffentlicht:

Das subkutane Interferon beta-Präparat werde auch langfristig gut vertragen, so Professor Peter Rieckmann von der Universitätsklinik Würzburg. Er hat die Langzeitdaten bei einer Veranstaltung des Unternehmens Serono in München vorgestellt.

Zur Erinnerung: In der PRISMS-Studie - PRISMS steht für "Prevention of Relapses and Disability by Interferon-beta 1a Subcutaneously in MS" - haben 560 Patienten mit schubförmiger MS zwei Jahre lang dreimal wöchentlich subkutane Injektionen von 22 oder 44 Mikrogramm Interferon-beta 1a oder Placebo bekommen. Danach wurden die Verum-Patienten unverändert weiter behandelt. Den Patienten mit Placebo wurde ab diesem Zeitpunkt ebenfalls das Interferon subkutan injiziert, und zwar dreimal wöchentlich 22 oder 44 Mikrogramm.

Die Daten nach zwei und vier Jahren ergaben unter anderem, daß 44 µg besser wirken als 22 µg. Nach vier Jahren hatten 19 Prozent der Patienten mit 44 µg-Injektionen noch keinen neuen MS-Schub bekommen, mit Placebo waren nur sieben Prozent ohne neuen Schub geblieben.

Die Zeit bis zur Verschlechterung der Behinderung um einen Punkt auf der EDS (Expanded Disability Status)-Skala in den vier Jahren sei mit der 44 µg-Dosierung im Vergleich zu Placebo um 1,5 Jahre verzögert worden, so Rieckmann. Bei früher Therapie sei es zudem deutlich seltener zur Krankheitsprogression gekommen.

Für die Langzeitstudie wurden nach sieben bis acht Jahren die Daten von 382 Patienten der PRISMS-Studie analysiert. Die retrospektive Auswertung habe dabei eine Schubrate von durchschnittlich 0,67 pro Jahr ergeben, so Rieckmann. Patienten, die von Anfang an dreimal wöchentlich 44 µg Interferon beta-1a subkutan erhielten, hatten jedoch signifikant weniger Schübe als Patienten, die zunächst zwei Jahre Placebo bekommen hatten.

Die durchschnittliche Zeit bis zur Verschlechterung des Behinderungsgrades um einen Punkt auf der EDS-Skala betrug 5,4 Jahre, bei Patienten mit der 44 µg-Interferon-Therapie jedoch 7,2 Jahre. Vorteile für die 44 µg-Dosierung im Vergleich zu Placebo ergaben sich weiterhin bei den MRT-Befunden.

Wichtig für den Therapieerfolg sei dabei die Compliance der Patienten, erinnerte Rieckmann. Deshalb sei es etwa nötig, die Patienten auch auf mögliche Schmerzen an der Injektionsstelle hinzuweisen. Vorteile haben hier die seit kurzem zur Verfügung stehenden Fertigspritzen mit dünneren und feiner geschliffenen Nadeln, so ein Sprecher des Unternehmens Serono.

Die Anwendung des neuen Autoinjektor Rebiject™ II, der nach Angaben des Unternehmens in wenigen Wochen zur Verfügung stehen wird, vereinfache zudem die Injektionen. Die Nadel bleibt dabei während der Injektion unsichtbar und die korrekte Injektionstechnik wird gefördert.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

© Vink Fan / stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: Kumulative Anzahl der Ereignisse einer nach sechs Monaten bestätigten Behinderungsprogression

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Multiple Sklerose

Aktuelles rund um Diagnostik und Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 2: AIOLOS-Studie: Therapieabbrüche nach Gründen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [3]

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Ofatumumab: Wachsende Evidenz stützt frühe hochwirksame Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Beratung in der Arztpraxis

Sicher mit Kindern verreisen: So geht‘s

Lesetipps
Ei Spiegelei in einer Pfanne

© Kevsan / stock.adobe.com

Gastbeitrag

Sind Eier wirklich so gefährlich für Herz und Gefäße?