Brechdurchfall

Suche nach Ursache der Gastroenteritis-Welle

Bis zu 7000 Kinder und Jugendliche in Ostdeutschland sind von der aktuellen Gastroenteritis-Welle betroffen. Noch unklar ist die Ursache. Die Suche geht heute und am Sonntag weiter.

Veröffentlicht:

BERLIN (dpa). Vier Tage nach dem Ausbruch der Magen-Darm-Erkrankungswelle im Osten Deutschlands wird weiter nach dem Auslöser gesucht. Nach aktuellen Berechnungen der Nachrichtenagentur dpa leiden fast 7000 Schüler, Kindergartenkinder und auch einige Lehrer an Durchfall und Erbrechen.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden seit Dienstag mindestens 4.658 Krankheitsfälle bekannt (Stand 28. September). Sie seien überwiegend unkompliziert verlaufen.

Klar ist: Alle Betroffenen haben Kantinenessen vom gleichen Anbieter, der Firma Sodexo mit Sitz in Rüsselsheim in Hessen gegessen. Marlen Suckau, Referatsleiterin für Infektionsschutz in der Berliner Gesundheitsverwaltung, sagte in der rbb-"Abendschau", alle Kriterien der Krankheitswelle entsprächen denen einer Epidemie.

Bund-Länder-"Task-Force"

Unter Leitung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wurde eine Bund-Länder-"Task-Force" eingerichtet, die mit den Gesundheitsbehörden die Aufklärung vorantreiben will. Das Bundesernährungsministerium hat einen internen Krisenstab eingerichtet.

Die Aufklärung der Waren- und Lieferströme möglicherweise betroffener Lebensmittel werde auch über das Wochenende mit Hochdruck fortgesetzt, hieß es.

Die Gastroenteritis-Welle hat Sachsen, Thüringen, Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt erfasst. Zu den ersten Beschwerden war es am 25. September gekommen. Mecklenburg-Vorpommern blieb nach bisherigen Erkenntnissen verschont.

Bakterien, Viren oder Toxin?

Unklar ist, ob Noroviren, Salmonellen (Bakterien) oder gar natürliche Gifte Auslöser für eine der bundesweit größten Magen-Darm-Erkrankungswellen der vergangenen Jahre sind. Laut Suckau wird in Berlin an den kommenden Tagen mit einem Abklingen der Welle gerechnet.

Der Essen-Zulieferer Sodexo sieht sich nicht verantwortlich: Nach vergleichbaren Untersuchungen gebe es keine Hinweise darauf, dass die Fälle mit Sodexo-Produkten zusammenhängen, teilte das Unternehmen mit.

Zur Ursache machte das RKI am Freitagnachmittag keine Angaben. "Wir äußern uns nicht zum Erreger", sagte Sprecherin Susanne Glasmacher.

In Berlin haben die Behörden Noroviren und natürliche Gifte (Toxine) als mögliche Erreger im Verdacht.

Informtionen des RKI über die Gastroenteritis-Welle

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: Wann eine frühe Operation von Vorteil ist

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Beratung in der Arztpraxis

Sicher mit Kindern verreisen: So geht‘s

Lesetipps
Ei Spiegelei in einer Pfanne

© Kevsan / stock.adobe.com

Gastbeitrag

Sind Eier wirklich so gefährlich für Herz und Gefäße?