Direkt zum Inhaltsbereich

KPC-2

Südhessen meldet Carbapenemasen

Experten sind alarmiert: In Südhessen wurden seit Jahresanfang deutlich mehr KPC-bildende Erreger nachgewiesen.

Veröffentlicht:

NEU-ISENBURG. Aus Südhessen wird ein Anstieg bei den Nachweisen von Carbapenem-resistenten Keimen gemeldet. Sorgen machen sich die Experten darüber, dass die Klebsiella-pneumoniae-Carbapenemasen - häufig vom Typ KPC-2 - zunehmend bei anderen Enterobakterien nachgewiesen werden. Bislang wurden die Carbapenemasen vor allem bei Klebsiellen nachgewiesen (Epid Bull 2014; 24: 201).

Nach den jetzt veröffentlichten Daten hat es einen deutlichen Anstieg bei den KPC-Nachweisen in Enterobacteriaceae vor allem in diesem Jahr in Südhessen (ohne das Rhein-Main-Gebiet) geben. Bis Anfang Juni wurden von dort insgesamt 25 KPC-Meldungen registriert, davon 19 mit KPC-2.

Allerdings gehen nur vier der Nachweise auf K. pneumoniae zurück. Der überwiegende Teil wurde bei Citrobacter freundii nachgewiesen, und noch zahlreiche andere Enterobakterien wie E. coli tauchen in der Erregerliste auf. In Hessen gilt seit Ende 2011 eine Labormeldepflicht für sämtliche Carbapenemase-Befunde.

Noch vor Kurzem sah das Lagebild etwas anders aus. In einer bundesweiten Analyse des Nationalen Referenzzentrums (NRZ) machte K. pneumoniae mit knapp 56 Prozent den größten Teil der KPC-Erreger aus. Nichtsdestotrotz war damals auch schon klar, dass immer häufiger Erreger mit Carbapenemasen nachgewiesen werden (Epid Bull 2013; 19: 167).

Die hessischen Experten vermuten wegen der "ungewöhnlich breiten Speziesverteilung" in ihrerer aktuellen Analyse ein hochgradig mobiles Resistenzplasmid, auf dem sich das Gen für die Carbapenem-Resistenz befindet. Die Gefahr dahinter: Bei der zeitlichen Kontamination mit verschiedenen Erregern können die Resistenzplasmide per Gentransfer auf andere Stämme "überspringen".

Sie raten daher zu "erhöhter Wachsamkeit", um eine Ausbreitung der KPC-Enterobakterien in Deutschland zu vermeiden. Nachweise selbst verschiedener Erreger mit Carbapenemasen könnten auf einen zusammenhängenden Ausbruch deuten. Ein "gehäuftes Auftreten nosokomialer Infektionen" ist laut Infektionsschutzgesetz bekanntlich bundesweit meldepflichtig.

Außerdem raten die Experten, bei Patienten aus Südhessen ein entsprechendes Screening auf multiresistente gramnegative Erreger (MRGN) in Betracht zu ziehen. Entsprechende Empfehlungen dazu hatte die KRINKO bereits vor zwei Jahren publiziert (Bundesgesundheitsbl 2012; 55: 1311) und jüngst ergänzt. (nös)

Schlagworte:
Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Erfahrungsberichte aus ärztlicher Perspektive

DiGADocs: Hausärzte testen Digitale Gesundheitsanwendungen für Kollegen

Klassifikation von Herztönen nach Auskultation

Zusammenarbeit Mensch und KI: Das Vertrauen kann täuschen

Lesetipps
Richterhammer und Klemmbrett

© Andrii / Stock.adobe.com

Interview

EU AI Act: Was die neuen Transparenzpflichten für Praxen bedeuten

Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus

© iLexx / Getty images / iStock

Vergleich der Kreise

Wo MRSA-Infektionen besonders häufig sind

Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram