Direkt zum Inhaltsbereich

Hyperaldosteronismus

"Tausende Hypertoniker wären heilbar"

Hyperaldosteronismus ist die Ursache von sechs Prozent aller Hypertonie-Fälle, ergab eine Studie.

Veröffentlicht:

MAINZ. "Bei sechs Prozent der Hypertoniker findet sich eine Mehrsekretion des Blutdruckhormons Aldosteron", wird Professor Martin Reincke in einer Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) zitiert. Der Präsident der Fachgesellschaft weist dabei auf eine Studie in italienischen Hausarztpraxen hin.

In der Studie wurden Daten der prospektiven PATO-Studie (Primary Aldosteronism in Torino) aus neun Hausarztpraxen zu Hyperaldosteronismus (synonym: Conn-Syndrom) analysiert. Von den 1672 Teilnehmern hatten 569 eine neu manifestierte und 1103 eine bereits bekannte Hypertonie. Sie wurden zwischen 2009 und 2014 leitliniengerecht auf Hyperaldosteronismus untersucht (J Am Coll Cardiol 2017; online 14. April). Bei auffälligem Hormonstatus erfolgte eine weitere Diagnostik in Form von Bestätigungstests, Bildgebung und Katheterisierung der Nebennierenvenen. 99 Patienten (5,9 Prozent) hatten am Ende ein gesichertes Conn-Syndrom, davon 27 mit Aldosteron-produzierendem Adenom und 64 mit beidseitiger Hyperplasie der Nebennieren.

Reincke erwähnt ein weiteres interessantes Ergebnis der Studie: "Die Conn-Wahrscheinlichkeit stieg mit zunehmendem Hypertoniegrad an." So wurde bei 11,8 Prozent der Patienten mit Hypertonie-Grad 3 (=180/110 mm Hg), ein Conn-Syndrom festgestellt, bei Grad 1 (=140/90 mm Hg) waren es 3,9 Prozent und 9,7 Prozent bei Grad 2 (=160/100 mm Hg).

Nach Ansicht der DGE hätten daher viele Tausend Patienten in Deutschland durch eine Operation oder eine medikamentöse Therapie eine gute Chance, ihren hormonell bedingten Bluthochdruck in den Griff zu bekommen. "Für uns ergibt sich daraus die Forderung, dass alle Hypertoniker zumindest einmal untersucht werden sollten, ob ein Conn-Syndrom vorliegt", betont der DGE-Mediensprecher und Leiter der Endokrinologie und Diabetologie der Universitätsmedizin Mainz, Professor Matthias M. Weber in der Mitteilung. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Stürze vermeiden!

Synkopen wegen Blutdruck-Schwankungen: Worauf es dann ankommt

Ungewöhnliche Studie

Konsequente Blutdrucksenkung – ein Ansatz zur Demenzprävention

Das könnte Sie auch interessieren
Geldschein, teilweise bedeckt von Stethoskop

© photocrew / stock.adobe.com

Kostenstrukturanalyse

Privatanteil an den Einnahmen geht leicht zurück

Logo Cardisio

© oxyven

Oxyven

Intravenöse Sauerstofftherapie mit Applimed-O2 1000

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vom Warnsignal zur RNAi-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Erfahrungsberichte aus ärztlicher Perspektive

DiGADocs: Hausärzte testen Digitale Gesundheitsanwendungen für Kollegen

Klassifikation von Herztönen nach Auskultation

Zusammenarbeit Mensch und KI: Das Vertrauen kann täuschen

Lesetipps
Richterhammer und Klemmbrett

© Andrii / Stock.adobe.com

Interview

EU AI Act: Was die neuen Transparenzpflichten für Praxen bedeuten

Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus

© iLexx / Getty images / iStock

Vergleich der Kreise

Wo MRSA-Infektionen besonders häufig sind

Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram