Handlungsempfehlung

Tipps für Ärzte rund ums Thema Sepsis

Wie die Prognose bei Sepsis ist, hängt auch davon ab, wann die Therapie startet. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit hat Handlungsempfehlungen für Ärzte und Infomaterial für Patienten veröffentlicht.

Veröffentlicht: 16.07.2020, 16:46 Uhr
Tipps für Ärzte rund ums Thema Sepsis

Sepsis: Betroffene profitieren von einem möglichst frühen Therapiestart. (Symbolbild)

© khunaspix / stock.adobe.com

Berlin. Eine aktuelle Handlungsempfehlung für die Therapie bei Sepsis hat das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) veröffentlicht. Die Empfehlung richtet sich an Ärzte und medizinisches Personal. Auch eine Patienteninformation hat das APS herausgegeben.

Wie bekannt, sterben rund 75.000 Deutsche jährlich an einer Sepsis. Rund 15.000 bis 20.000 dieser Todesfälle gelten als vermeidbar. Entscheidend ist das frühe Erkennen und somit eine zeitnahe Therapie. „Eine Sepsis ist immer ein Notfall und muss als solcher behandelt werden, wie ein akuter Herzinfarkt oder akuter Schlaganfall“, wird Professor Rainer Petzina vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, einer der Hauptautoren der Handlungsempfehlung und der Patienteninformation, in einer Mitteilung zur Veröffentlichung der Empfehlungen zitiert.

Differentialdiagnose Sepsis

Während sich die Handlungsempfehlung primär an Ärzte, Pflegekräfte und Angehörige weiterer Gesundheitsberufe richtet, soll die Patienteninformation vor allem das Bewusstsein für Sepsis in der Bevölkerung stärken, denn ein Großteil der Sepsis-Fälle entstehe nicht im Krankenhaus, sondern zuhause.

Zwar sei die Sepsis manchmal schwer von anderen Erkrankungen wie einem grippalem Infekt zu unterscheiden, doch gebe es Warnhinweise. Dazu gehören unter anderem Fieber und Schüttelfrost, Kurzatmigkeit, Herzrasen, extremes Krankheitsgefühl und Verwirrtheit. Lassen sich beim Patienten mindestens zwei dieser Symptome erkennen, sollten Betroffene und Angehörige an eine Sepsis denken, heißt es in der Mitteilung.

Gedankenstütze für den Kittel

Nach bestätigtem Verdacht müsse die Behandlung sofort, also möglichst innerhalb der ersten Stunde begonnen werden. In der Handlungsempfehlung werden Details zu Diagnostik und Therapie einer Sepsis genannt. Praktisch: Auch eine Kitteltaschenkarte als Gedankenstütze ist enthalten.

In der Patienteninformation zur Sepsis werden vor allem die Erkrankung und ihre Ursachen erklärt sowie Risikogruppen genannt. Die Broschüre klärt auch darüber auf, wie einer Sepsis am besten vorzubeugen ist. (eb)

Mehr zum Thema
Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Spahn will Heilkunde für Notfallsanitäter – und MTA-Gesetz reformieren

Exklusiv Gesetzentwurf

Spahn will Heilkunde für Notfallsanitäter – und MTA-Gesetz reformieren

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden