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Tipps zur sicheren Tuberkulosediagnostik

TB ist in Deutschland selten, aber gefährlich, wird sie nicht rechtzeitig erkannt. Tipps zur korrekten Diagnostik gibt es beim Internistenkongress.

Veröffentlicht:

Von Thomas Müller

Erreger der Tuberkulose: grampositive Mykobakterien unter dem Raster-Elektronen-Mikroskop. © Janice Carr

Erreger der Tuberkulose: grampositive Mykobakterien unter dem Raster-Elektronen-Mikroskop. © Janice Carr

© Janice Carr

WIESBADEN. In Deutschland ist die Zahl der Tuberkulose-Erkrankungen zwar seit Jahren rückläufig - 2009 wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) nur noch 4390 Neuerkrankungen und etwa 150 Todesfälle gemeldet, weltweit sterben daran jedoch 1,8 Millionen Menschen pro Jahr. TB ist damit die bakterielle Infektionskrankheit, die global betrachtet mit Abstand die meisten Todesopfer fordert. Gerade bei Menschen mit Migrationshintergrund, die aus stark betroffenen Ländern nach Deutschland kommen oder häufig in Länder mit hoher TB-Prävalenz reisen, sollte bei länger anhaltendem Husten auch eine TB-Diagnostik erfolgen. Das Problem: Weil die Krankheit in Deutschland so selten auftritt, wird oft nicht daran gedacht.

Wie sich eine TB klinisch manifestiert, wie sie verläuft und welche Fortschritte es bei der Diagnostik gibt, ist daher auch Thema beim Internistenkongress in Wiesbaden, und zwar am Samstag beim BDI-Symposium "Tuberkulose und nichttuberkulöse Mykobakterien" unter Leitung von Professor Hans Schweisfurth aus Bad Lippspringe. Erste klinische Symptome nach der Infektion sind etwa Fieber, Erythema nodosum sowie Gelenkschmerzen, berichtet Schweisfurth. Zu diesem Zeitpunkt ist die Tuberkulinreaktion bereits positiv. Im weiteren Verlauf kommt es bei jungen Menschen sechs bis zwölf Monate nach der Erstinfektion zu einer tuberkulösen Pleuritis. Etwa ein Jahr nach Erstinfektion beginnt die Organtuberkulose in den Lungenoberfeldern. Deren Leitsymptom ist Husten mit oder ohne Auswurf, wobei dieser selten blutig sein kann. Da sich eine TB bei etwa 80 Prozent der Betroffenen als Lungentuberkulose präsentiert, sollte bei länger als drei Wochen anhaltendem Husten auch an eine TB gedacht werden, so das RKI. Weitere mögliche Symptome sind Appetitmangel, Gewichtsabnahme, leichtes Fieber, vermehrtes Schwitzen - besonders nachts -, Müdigkeit und allgemeine Schwäche.

Standardmethode zum Nachweis einer TB-Infektion ohne manifeste Erkrankung ist derzeit der Tuberkulin-Hauttest (THT), er ist jedoch nicht hundertprozentig sensitiv und spezifisch. So kann eine Infektion mit nichttuberkulinen Mykobakterien oder eine vorausgegangene Impfung mit BCG-Impfstoff falsch-positive Ergebnisse liefern. Andererseits führt der Test bei HIV-Kranken und anderen immunsupprimierten Personen oft zu falsch-negativen Ergebnissen. Daher wird bei TB-Verdacht oft ein zweistufiges Testverfahren mit THT plus Interferon-Gamma Release Assay (IGRA) empfohlen. Der IGRA, bei dem die Interferon-Gamma-Ausschüttung gemessen wird, ist weit spezifischer als der THT.

Zum Nachweis einer Lungen-TB und zur Differenzialdiagnostik ist auch weiterhin die Röntgendiagnostik essenziell, und bakterielle sowie mikroskopische Verfahren helfen zu klären, ob und wie lange die Infizierten kontagiös sind.

Veranstaltungstipp

Zeit: Samstag, 10. April 2010, 13:15-14:45 Uhr

Ort: Saal 11 B

Thema: Tuberkulose und nichttuberkulöse Mykobakterien (BDI-Symposium der AG Umweltmedizin)

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