Kommentar – Krebstherapie

Tödliche Alternative Alternativmedizin

Von Robert Bublak Veröffentlicht: 12.10.2017, 08:35 Uhr

Es ist nicht so, dass alternative Methoden in der Krebsmedizin keine Effekte haben würden. Nur bewirken sie zuallermeist nichts Gutes. Jedenfalls gilt das, falls zugunsten der Alternativmedizin auf die Standardbehandlung verzichtet wird.

Und wie es gilt. In einer Beobachtungsstudie haben sich Ärzte der Yale University School of Medicine angesehen, was mit Patientinnen und Patienten geschieht, die an nicht metastasierten Karzinomen erkrankt sind, aber auf konventionelle Therapie verzichten und sich stattdessen alternativmedizinischen Verfahren anvertrauen: Behandlungen ohne Wirknachweis, verordnet von Nichtmedizinern. Eine Wahl mit Folgen: Das Risiko, während der kommenden fünf Jahre zu sterben, war in der Studie für Brustkrebspatientinnen unter Alternativmedizin mehr als fünfmal so hoch wie unter konventioneller Behandlung mithilfe von Chirurgie, Strahlen-, Chemo- und Hormontherapie. Für Darmkrebspatienten war die Mortalität viereinhalbmal und für Patienten mit Lungenkrebs mehr als doppelt so hoch.

Auffällig war, dass die fürs Alternative Anfälligen im Schnitt eine bessere Ausbildung besaßen. Bildung und Skepsis gegenüber der sogenannten Schulmedizin scheint in vielen Köpfen zusammenzugehören. Auch wo Verstand ist, herrscht eben nicht immer Einsicht.

Lesen Sie dazu auch: Onkologie: Alternativmedizin bei Krebs - als Monotherapie keine gute Wahl

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