Bilharziose

Tropische Binnengewässer meiden!

Die Infektion mit Schistosoma erfolgt über die Haut: Die Zerkarien können intakte Haut durchdringen.

Von Dr. Silke Engels und Privatdozent Tomas Jelinek Veröffentlicht: 17.10.2012, 08:59 Uhr

Die Bilharziose, auch Schistosomiasis genannt, wird durch Saugwürmer der Gattung Schistosoma verursacht, die in tropischen und subtropischen Binnengewässern vorkommen.

Risikogebiete sind vor allem das subsaharische Afrika und östliche Teile Südamerikas. Aber auch in Arabien, China und Südostasien gibt es regelmäßig Krankheitsfälle.

Als Zwischenwirt der Wurmlarven dienen Süßwasserschnecken, welche die für den Menschen infektiösen Larven, sogenannte Zerkarien, ausscheiden. Die Infektion erfolgt über die Haut: Die Zerkarien sind in der Lage, intakte Haut zu durchdringen.

Nach zwei bis sieben Wochen Inkubationszeit kommt es zu einem Allgemeinstadium bei dem unter anderem Fieber, das sogenannte Katayama-Fieber und Blutbildveränderungen (Eosinophilie) sowie Muskelschmerzen, Husten oder Hautausschläge auftreten können.

Nach vier bis zwölf Wochen ist das Organstadium erreicht. Je nach Wurmart sind entweder Harnblase oder Darm befallen. Als Symptome können Blutungen im Urin oder Stuhl auftreten.

Die Diagnose erfolgt über den Nachweis der Eier im Urin beziehungsweise Stuhl, oder immunologisch. Allerdings liefern beide Untersuchungen erst drei Monate nach der Infektion ein sicheres Ergebnis. Die Therapie der Schistosomiasis erfolgt mit Praziquantel.

Reisemedizinisch beratende Ärzte sollten Reisende darauf hinweisen, den Kontakt mit Binnengewässern in Infektionsgebieten zu vermeiden.

Nach erfolgtem Kontakt mit möglicherweise infektiösem Wasser kann durch kräftiges Abfrottieren der Haut die Penetration der Zerkarien in den Körper erschwert werden. Des Weiteren sollte eine 50-prozentige-i DEET- Lösung aufgetragen werden.

Infos zur Reisemedizin: www.crm.de

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