Suchtkrankheiten

Umstrittene Methadon-Webseite entfacht Ärzte-Zoff

Welcher Hamburger Arzt ist bei der Methadon-Ausgabe besonders locker? Wie können Abhängige beim Urintest schummeln? Eine dubiose Internetseite gibt Tipps - und bringt Ärzte gegeneinander auf.

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Begehrte Ersatzdroge: Eine Webseite gibt Abhängigen Tipps.

Begehrte Ersatzdroge: Eine Webseite gibt Abhängigen Tipps.

© Karmann/dpa

HAMBURG (di). Eine umstrittene Webseite über Methadon-Ärzte sorgt für einen öffentlichen Streit in Hamburg. Die KV wehrt sich gegen Vorwürfe, dass in der Stadt "locker" mit der Ersatzdroge umgegangen wird.

"Hamburgs lockerste Methadon-Ärzte" - unter diesem Ranking auf der diskutierten Homepage (www.methadonliste-hamburg.de) finden sich die Namen von fünf Hamburger Ärzten.

Daneben können sich Nutzer austauschen - und geben sich unter anderem Tipps, wie Ärzte beim Urintest ausgetrickst werden können.

Die Betreiber nennen als Ziel eine "freie Plattform für Euren Austausch und für einen offenen Umgang mit den Themen Konsum und Sucht". Andere Foren zum Thema Drogen moralisierten oder seien sogar gesperrt, heißt es auf der Seite, für die kein Impressum zu finden ist.

Heftiger Streit zwischen DSÄ und KV

In der Hamburger Gesundheitsbehörde sieht man keine rechtliche Möglichkeit, gegen die Betreiber vorzugehen, hält sie aber für "moralisch verwerflich". Zwischen dem Dachverband substituierender Ärzte Deutschlands (DSÄ) und der KV hat es in der Folgediskussion bereits einen heftigen Streit gegeben.

Der DSÄ-Generalsekretär Dr. Ingo Rempel warf KV-Vize Walter Plassmann im Zusammenhang mit einem Interview zum Thema "Heuchelei" vor, weil dieser auf die strengen Kontrollen für die Ausgabe der Substitute hingewiesen hatte.

Rempel behauptet in einer Pressemitteilung, dass die gesetzlichen Bestimmungen in Hamburg "seit Jahrzehnten" gebrochen werden. "Nicht von ungefähr kommt, dass in Hamburg die meisten Methadon-Toten Deutschlands registriert werden und der tragische Tod der kleinen Chantal in dieser Stadt passiert ist", sagte Rempel.

Unterschiedliche Auffassungen, wie gut kontrolliert wird

Plassmann wies die Anschuldigungen als "völlig absurd" zurück. "Bei der Behandlung von Drogenpatienten gelten scharfe Überwachungs- und Qualitätssicherungsvorschriften." Diese Vorschriften würden von KV, Ärzten und Krankenkassen genau kontrolliert.

Plassmann schloss nicht aus, dass es dennoch zu Missbrauch kommen kann: "Wer hiergegen verstoßen will, benötigt erhebliche kriminelle Energie, gefährdet seine Arzt- oder Apotheker-Approbation und muss mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen."

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Kraftmeierei allein hilft nicht weiter

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