Diabetes und Übergewicht

Und täglich grüßt die Zuckersteuer: Streit um Abgabe neu entbrannt

Einen Extra-Obolus auf Süßes einführen? Etwa auf Limonaden? An der Frage scheiden sich seit Jahren die Geister – kurz vor Weihnachten geht die Debatte in Deutschland wieder los. Pädiater positionieren sich sehr klar dazu.

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Glas voll Zuckerwürfel: Zu Weihnachten gibt es eine Neuauflage des Streits um die Einführung einer Zuckersteuer.

Glas voll Zuckerwürfel: Zu Weihnachten gibt es eine Neuauflage des Streits um die Einführung einer Zuckersteuer.

© Elisa Schu/dpa

Berlin. In Mexiko gibt es sie, auch Großbritannien und Irland erheben gestaffelte Steuern auf zuckerhaltige Getränke. In Deutschland gärt die Debatte über Sinn und Unsinn der Abgabe seit Jahren.

Einen neuen Anlauf für eine Zuckersteuer will Schleswig-Holsteins starten. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) kündigte in einem Interview mit der Zeitung „Welt“ eine entsprechende Initiative in der Länderkammer im ersten Quartal 2026 an.

Eine Zuckersteuer sei politisch und ökonomisch „längst geboten“, da zu starker Zuckerkonsum erhebliche gesundheitliche Probleme und damit auch enorme gesellschaftliche Kosten verursache, so Günther.

SH-Regierungschef Günther: „Längst geboten“

Kürzlich hatte auch Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi von der Bundesregierung eine Zuckersteuer auf Softdrinks gefordert. Hoher Zuckerkonsum könne langfristig zu chronischen Erkrankungen wie Diabetes führen, sagte der SPD-Politiker.

Philippi, von Hause aus Chirurg, erinnerte daran, dass Deutschland 1993 die Zuckersteuer abgeschafft habe und seit 2015 auf Selbstverpflichtungen der Wirtschaft zur Verringerung des Zuckeranteils in Softdrinks setze.

„Dies ist aus meiner Sicht nicht ausreichend. Der Bund ist gefordert eine Zuckersteuer auf Softdrinks – wie in anderen europäischen Ländern auch – einzuführen. Dies würde viele Erkrankungen verhindern“, so Philippi.

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Auch pädiatrische Berufsverbände aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich und Südtirol hatten im vergangenen Sommer eine Zuckerabgabe und ein Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel angemahnt.

BVKJ hofft zumindest auf einen Versuch

Wissenschaftliche Erkenntnisse belegten den Zusammenhang zwischen hohem Zuckerkonsum und Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Adipositas und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, heißt es in einem gemeinsamen Positionspapier der Verbände. Eine Zuckersteuer könne einen wirksamen Beitrag zur Senkung des Zuckerkonsums leisten und die öffentliche Gesundheit nachhaltig verbessern.

Der Hauptgeschäftsführer des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte (BVKJ), Tilo Radau, hatte gegenüber der Ärzte Zeitung jüngst erklärt, sein Verband hoffe darauf, „dass in dieser Legislatur zumindest ein Versuch für die Einführung der Zuckerabgabe unternommen wird“.

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Im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist das Ansinnen nicht enthalten. Landwirtschaftsminister Alois Rainer sprach sich derweil gegen eine Zuckersteuer aus: „Wir brauchen keine Zuckersteuer“, sagte der CSU-Politiker der „Rheinischen Post“. Rainer verwies auf die freiwillige Reduktionsstrategie mit der Lebensmittelwirtschaft – die wirke. (hom)

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