Ungewollter Gewichtsverlust durch zuckerfreien Kaugummi

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Die gewohnheitsmäßig hohe Einnahme des in großen Mengen abführend wirkenden Zuckeraustauschstoffes Sorbitol führte bei einer 21-jährigen Frau zu diffusen Bauchschmerzen. Das berichteten Wissenschaftler der Charité Berlin kürzlich im British Medical Journal (BMJ 336, 2008, 96). Acht Monate litt sie zudem unter einer Diarrhoe mit vier bis zwölf wässrigen Stühlen täglich. Während dieser Zeit nahm sie elf Kilogramm ab, der BMI betrug nur noch 16,6 kg/m

.

Die Befragung ergab, dass die Patientin täglich etwa 18 bis 20 g Sorbitol (ca. 1,25 g Sorbitol/Kaugummistreifen) zu sich nahm. Nach Beginn der sorbitolfreien Diät normalisierte sich die Stuhlfrequenz, ein Jahr später wog sie sieben Kilogramm mehr.

Bei einem 46-jährigen Mann waren die Gewichtsverluste durch sorbitolhaltige Kaugummi und Bonbons noch stärker ausgeprägt: Er verlor innerhalb eines Jahres 22 kg. Die Ernährungsanamnese ergab, dass er täglich ca. 20 Streifen zuckerfreien Kaugummi und bis zu 200 g Kaubonbons verzehrt hatte. Das entspricht einer Sorbitolmenge von etwa 30 g. Unter sorbitolfreier Diät normalisierte sich die Stuhlfrequenz, sechs Monate später wog der Patient bereits fünf Kilogramm mehr. (kig)

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