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Narkolepsie

Ursache der Schlafkrankheit aufgedeckt

Veröffentlicht:

WITTEN/HERDECKE. Die Ursache von Narkolepsie hat ein Schweizer Forscherteam gemeinsam mit Dr. Ulf Kallweit von der Universität Witten/Herdecke (UW/H) identifiziert (Nature 2018; 562(7725): 63-68).

Verursacht wird Narkolepsie durch allmählichen Verlust von Nervenzellen im Hypothalamus, die das Neuropeptid Hypocretin produzieren, teilt die UW/H mit.

Hypocretin ist wesentlich für die Erhaltung von Schlaf-und Wachzuständen, aber auch relevant für das Emotions-, Ernährungs- und Belohnungsverhalten.

Bisher bekannt ist, dass dafür sowohl eine bestimmte genetische Veranlagung, das Vorliegen des sogenannten HLA-Allel DQB1*0602 Haplotyps als auch Umweltfaktoren, wie bestimmte Infektionen oder einzelne Impfstoffe gemeinsam vorliegen müssen, heißt es in der Mitteilung. Der Mechanismus, der zur Zerstörung der Neurone führt, war bisher unbekannt.

Narkolepsie durch Blutuntersuchung diagnostizierbar?

In der aktuellen Studie verwendete die Forschungsgruppe eine innovative, aufwendige und besonders sensitive Methode, um das Repertoire der T-Zellen im Blut von Narkolepsie-Erkrankten zu untersuchen. Die Forscher identifizierten T-Lymphozyten des Untertyps CD4 (und in einigen Fällen auch solche des Untertyps CD8), die gegen Hypocretin und ein anderes Protein ("TRIB2"), das in Hypocretin-Neuronen exprimiert wird, reagieren.

Diese T-Zellen können eine Entzündung hervorrufen, wodurch Neurone zerstört werden, oder möglicherweise auch direkt Neuronen zerstören, die Hypocretin produzieren.

Diese Studie könne dazu beitragen, dass künftig möglicherweise schon durch eine Blutuntersuchung auf autoreaktive T-Lymphozyten gegenüber Hypocretin die Narkolepsie einfacher und schneller diagnostizierbar sei, so Studienautor Dr. Ulf Kallweit.

Dies würde auch dazu beitragen, früher eine Behandlung zu beginnen – zum Beispiel, um die Schule erfolgreich abzuschließen oder ein Studium durchführen zu können. Kallweit betont zudem die Bedeutung der Studie für neue Behandlungsmöglichkeiten.

Der Verlust der Hypocretin-produzierende Neurone bei Narkolepsie ist langsam fortschreitend und vermutlich irreversibel.

Durch die Kenntnis der genauen Ursache, der autoreaktiven T-Zellen, können nun möglicherweise zu Beginn der Erkrankung diese Zellen unterdrückt werden, sodass dadurch dann der weitere Zelluntergang verlangsamt oder sogar gestoppt wird. (eb/ikr)

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