Gynäkologie

Vakzine gegen Papillomviren langfristig effektiv

LEBANON (ple). Ein Impfstoff gegen humane Papillomviren, der effektiv die Entwicklung von Zervix-Ca-Vorstufen verhindert, ist offenbar auch langfristig wirksam. Die Vakzine schützte in einer Phase-3-Studie in Nordamerika und Brasilien mindestens viereinhalb Jahre vor solchen Zellveränderung.

Veröffentlicht: 12.04.2006, 08:04 Uhr

Die anhaltende Wirksamkeit des Impfstoffs, den das Unternehmen GlaxoSmithKline entwickelt hat, wurde jetzt bei der Follow-up-Analyse der Daten einer Placebo-kontrollierten Doppelblind-Studie festgestellt.

In die Langzeitauswertung flossen die Studiendaten von fast 800 Frauen ein, die entweder dreimal mit dem bivalenten Impfstoff gegen die HPV-Typen 16 und 18 oder mit einer Scheinvakzine (enthielt ausschließlich das Adjuvans Aluminiumhydroxid) geimpft wurden.

Der Impfstoff besteht aus virusähnlichen Partikeln und enthält lediglich das rekombinant hergestellte Kapsidprotein L1 von HPV, aber keine krebsauslösenden Eiweiße. Zudem steckt in dem Impfstoff das neue Adjuvans AS04.

HPV 16 und HPV 18 sind die häufigsten Viren, die mit der Entstehung von Gebärmutterhals-Krebs assoziiert sind. Eine persistierende Infektion mit den Viren gilt als Ursache von Zervix-Ca. Die beiden Virustypen werden bei 70 Prozent aller Frauen mit diesem Krebs nachgewiesen.

Wie es in der Online-Ausgabe der Zeitschrift "The Lancet" heißt, wurden gleichbleibend hohe Titer von Antikörpern gegen HPV 16 und HPV 18 bei 98 Prozent der Frauen noch mindestens vier Jahr nach der letzten Impfung nachgewiesen.

Die Impfung verhinderte zu 100 Prozent die Entstehung von zervikalen intraepithelialen Neoplasien, den Krebsvorstufen. Zudem schützte die Impfung vor Infektionen mit HPV 45 und HPV 31, den dritt- und vierthäufigsten krebsauslösenden Papillomviren bei Menschen.

Das Unternehmen hat inzwischen einen Zulassungsantrag für den Impfstoff Cervarix® bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMEA eingereicht. Einem weiteren HPV-Impfstoff, der Vakzine Gardasil® von Merck & Co. (in Deutschland Sanofi Pasteur MSD) hat die US-Behörde FDA Priorität bei der Zulassung eingeräumt.

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