Direkt zum Inhaltsbereich

Vakzine gegen Papillomviren langfristig effektiv

LEBANON (ple). Ein Impfstoff gegen humane Papillomviren, der effektiv die Entwicklung von Zervix-Ca-Vorstufen verhindert, ist offenbar auch langfristig wirksam. Die Vakzine schützte in einer Phase-3-Studie in Nordamerika und Brasilien mindestens viereinhalb Jahre vor solchen Zellveränderung.

Veröffentlicht:

Die anhaltende Wirksamkeit des Impfstoffs, den das Unternehmen GlaxoSmithKline entwickelt hat, wurde jetzt bei der Follow-up-Analyse der Daten einer Placebo-kontrollierten Doppelblind-Studie festgestellt.

In die Langzeitauswertung flossen die Studiendaten von fast 800 Frauen ein, die entweder dreimal mit dem bivalenten Impfstoff gegen die HPV-Typen 16 und 18 oder mit einer Scheinvakzine (enthielt ausschließlich das Adjuvans Aluminiumhydroxid) geimpft wurden.

Der Impfstoff besteht aus virusähnlichen Partikeln und enthält lediglich das rekombinant hergestellte Kapsidprotein L1 von HPV, aber keine krebsauslösenden Eiweiße. Zudem steckt in dem Impfstoff das neue Adjuvans AS04.

HPV 16 und HPV 18 sind die häufigsten Viren, die mit der Entstehung von Gebärmutterhals-Krebs assoziiert sind. Eine persistierende Infektion mit den Viren gilt als Ursache von Zervix-Ca. Die beiden Virustypen werden bei 70 Prozent aller Frauen mit diesem Krebs nachgewiesen.

Wie es in der Online-Ausgabe der Zeitschrift "The Lancet" heißt, wurden gleichbleibend hohe Titer von Antikörpern gegen HPV 16 und HPV 18 bei 98 Prozent der Frauen noch mindestens vier Jahr nach der letzten Impfung nachgewiesen.

Die Impfung verhinderte zu 100 Prozent die Entstehung von zervikalen intraepithelialen Neoplasien, den Krebsvorstufen. Zudem schützte die Impfung vor Infektionen mit HPV 45 und HPV 31, den dritt- und vierthäufigsten krebsauslösenden Papillomviren bei Menschen.

Das Unternehmen hat inzwischen einen Zulassungsantrag für den Impfstoff Cervarix® bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMEA eingereicht. Einem weiteren HPV-Impfstoff, der Vakzine Gardasil® von Merck & Co. (in Deutschland Sanofi Pasteur MSD) hat die US-Behörde FDA Priorität bei der Zulassung eingeräumt.

Mehr zum Thema

Fehlende Folgediagnosen verfälschen das Bild

Zi: Endometriose wird in Abrechnungsdaten häufig unterschätzt

Das könnte Sie auch interessieren
Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

© piyato | iStock

Vaginalmykose im Fokus

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

© iStock / okskukuruza

Vaginale Gesundheit

Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Vier Einwände von Herzpatienten im Evidenzcheck

© imran kadir photography | Getty Images

Impfskepsis in der Praxis

Vier Einwände von Herzpatienten im Evidenzcheck

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Gut organisiert in die Grippesaison starten

© Abraham Gonzalez Fernandez | Getty Images

Impfmanagement

Gut organisiert in die Grippesaison starten

Anzeige | Viatris Germany GmbH
„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

© SrdjanPav | Getty Images

Impfkommunikation

„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Nahaufnahme eines jungen Paares, das sich küsst.

© Africa Studio / stock.adobe.com

Mögliche Glutenquelle

Wie riskant ist ein Zungenkuss bei Zöliakie?

Eine Hand hält ein

© Sergey Nivens / stock.adobe.com

Jetzt abonnieren

Unsere Newsletter in der Übersicht