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Kolorektale Karzinome

Verbesserte endoskopische Diagnostik erleichtert Früherkennung

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Mit einer Rate von 70 000 Neuerkrankungen pro Jahr ist das kolorektale Karzinom der zweithäufigste Tumor in Deutschland. Um die Erkrankung schon im Frühstadium zu diagnostizieren und somit die Prognose zu verbessern, ist für gesetzlich Versicherte zwischen dem 50. und 54. Lebensjahr eine biochemische Stuhltestung auf okkultes Blut vorgesehen. Nachteil der biochemischen Stuhltests ist, dass ihre Sensitivität bei einmaliger Stuhluntersuchung für Karzinome nur etwa 40 Prozent beträgt und für Adenome lediglich 20 Prozent. Daher muss der Test regelmäßig wiederholt werden.

Als deutlich sensitiver und unabhängig von äußeren Störfaktoren (etwa manche Lebensmittel) hat sich die immunologische Stuhltestung erwiesen, deren Kosten von der GKV nicht erstattet werden. In einer großen Studie mit nahezu 22 000 Patienten lag die Sensitivität für Karzinome bei 66 Prozent und die für fortgeschrittene Adenome bei 27 Prozent. Allerdings ist der optimale Cut-off für einen positiven Test unklar, so Dr. Christian Pox von der Medizinischen Klinik der Ruhruniversität Bochum am Knappschaftskrankenhaus Bochum und seine Kollegen in ihrem CME-Beitrag zur Prävention und Diagnose kolorektaler Karzinome.

Nachteil sowohl der biochemischen als auch der immunologischen Stuhltestung ist, dass nur blutende Neoplasien aufgezeigt werden. Bei positivem Befund soll auf jeden Fall eine Koloskopie erfolgen.

GKV-Versicherte ab dem 55. Lebensjahr haben seit Oktober 2002 Anspruch auf eine kostenlose Koloskopie. Diese wird bei unauffälligem Befund im Abstand von mindestens zehn Jahren wiederholt. Personen, die keine Koloskopie wünschen, sollte weiterhin die jährliche Stuhltestung angeboten werden.

Goldstandard in der Darmkrebs-Früherkennung ist die Koloskopie. Hier hat es bei der endoskopischen Diagnostik in den vergangenen Jahren einige Fortschritte gegeben, durch die die Früherkennung kolorektaler Neoplasien verbessert werden konnte. Hierzu zählen zum Beispiel die Chromoendoskopie, das "Narrow band imaging" (NBI), hoch auflösende Endoskope und eine verbesserte Bildverarbeitung.

Im Gegensatz zu Karzinomen sind präkanzeröse neoplastische Schleimhautläsionen rein endoskopisch oft nicht sicher von nicht-neoplastischen Läsionen, etwa hyperplastischen Polypen, zu unterscheiden. Mit Hilfe der Chromoendoskopie können auffällige Schleimhautläsionen während der Koloskopie mit einem Farbstoff angefärbt werden. Auf der Schleimhaut ergibt sich dann eine bestimmte Oberflächenstruktur, die wiederum bestimmten Läsionen zugeordnet werden kann (Pit-Pattern-Klassifikation nach Kudo).

Wird die Chromoendoskopie mit hoch auflösenden und vergrößernden Zoom-Endoskopen angewandt, können mit einer Erfolgsquote von mehr als 90 Prozent auch kleinste neoplastische Polypen aufgespürt werden, so die Autoren.

Auch durch Nutzung des NBI, die eine Kontrastverstärkung zwischen oberflächlicher Schleimhaut und tiefer liegenden Blutgefäßen bewirkt, lassen sich neoplastische Läsionen gut detektieren. Auch die NBI wird mit Zoom-Endoskopen angewandt; Studien zufolge ist das Verfahren der Chromoendoskopie gleichwertig. (mar)

Zu dem Modul "Prävention und Diagnose kolorektaler Karzinome"

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