Viele COPD-Kranke haben eine Anämie und erhöhtes CRP

BERLIN (ikr). Wenn Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenkrankheit (COPD) über Symptome wie Müdigkeit und Schwäche klagen, muß das nicht unbedingt auf die gestörte Lungenfunktion zurückzuführen sein. Es kann nach neuen Studiendaten offenbar auch eine Anämie die Ursache sein.

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In einer Untersuchung mit 101 COPD-kranken Patienten waren 13 Prozent anämisch mit Hämoglobin (Hb)-Werten von unter 13,5 mg/dl bei Männern und unter 12 mg/dl bei Frauen.

"Wir haben Hinweise aus der Studie, daß diese Anämie nicht etwa durch Kachexie, sondern ähnlich wie bei Patienten mit Krebskrankheiten, rheumatoider Arthritis oder Herzinsuffizienz durch systemische Entzündungsvorgänge und eine vermutlich daraus resultierende Erythropoetin-Resistenz bedingt ist", sagte Privatdozent Dr. Matthias John vom Klinikum Campus Mitte der Charité in Berlin zur "Ärzte Zeitung".

Seine Arbeitsgruppe hat 101 Patienten mit einer COPD unterschiedlichen Schweregrades untersucht. 23 von ihnen hatten eine leichte und die übrigen 78 Patienten eine mittelschwere bis schwere COPD mit einer Einsekundenkapazität (FEV1) von höchstens 50 Prozent des Sollwertes. Kein Patient hatte zum Zeitpunkt der Untersuchung eine akute Exazerbation. Alle waren klinisch stabil. Patienten mit gastrointestinalen Blutungen, Blutverlusten aus anderer Ursache oder mit Vitamin-B12- oder Folsäure-Mangel seien aus der Studie ausgeschlossen worden, so John.

Untersucht wurde bei den Patienten außer dem Hämoglobin-Wert unter anderem auch das Erythropoetin und das C-reaktive Protein (CRP) sowie weitere systemische Entzündungsparameter wie etwa das Interleukin 6 (IL-6).

Bei 13 der 101 COPD-Kranken wurde eine Anämie festgestellt. Auffällig war, daß bei anämischen Patienten der Erythropoetin-Spiegel signifikant höher war als bei den nicht-anämischen und signifikant höher als bei einer gesunden Kontrollgruppe.

Auch IL-6 war bei den anämischen COPD-Patienten im Vergleich zur Kontrollgruppe erhöht, nicht aber im Vergleich zu den nicht-anämischen COPD-Patienten. CRP hingegen war bei den anämischen COPD-Patienten signifikant höher als bei den nicht-anämischen und höher als in der Kontrollgruppe. Die COPD-Gruppen waren sich ähnlich bezüglich Alter, Schweregrad der Erkrankung, Medikation und BMI.

Die Ergebnisse der Studie werden beim Pneumologen-Kongreß in Berlin präsentiert und erscheinen außerdem in der März-Ausgabe der Fachzeitschrift "Chest".

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