Ernährungsmedizin

Vitaminpillen verhindern kaum ein Prostata-Ca

BETHESDA (mut). Mit zusätzlich eingenommenen Vitaminen läßt sich ein Prostata-Karzinom offenbar nicht verhindern. Darauf deuten Daten einer großen prospektiven Studie. Lediglich für Raucher und für Menschen mit Vitaminmangel scheinen hohe Vitamindosen eine Schutzwirkung zu haben.

Veröffentlicht: 20.04.2006, 08:00 Uhr

Die Daten der neuen Studie mit knapp 30 000 Männern liegen im Trend mit den Ergebnissen anderer prospektiver Studien, in denen bei gesunden und gut ernährten Menschen Vitaminpillen keine Krebs-vorbeugende Wirkung hatten. Die Daten bestätigen aber auch, daß es sich bei Menschen mit Vitaminmangel oder bei Rauchern durchaus lohnt, die Vitaminversorgung zu verbessern.

In der Studie von US-Forschern aus Bethesda wurden die Männer acht Jahre lang beobachtet. Per Fragebogen wurden Ernährungsgewohnheiten und Nahrungsergänzung mit Vitaminen regelmäßig abgefragt. Daraus errechneten die Forscher die tägliche Aufnahme der Vitamine C und E sowie der Vitamin-A-Vorstufe Beta-Karotin (J Natl Cancer Inst 98, 2006, 245).

    Insgesamt ließ sich kein Nutzen nachweisen.
   

Die Ergebnisse: Insgesamt wurde in den acht Jahren bei 1338 Männern (4,6 Prozent) ein fortgeschrittenes Prostata-Ca festgestellt. Die Rate bei Personen, die zusätzlich Vitamine einnahmen, war dabei ähnlich hoch wie bei Personen ohne Vitaminpillen.

Wurden nur Personen betrachtet, die rauchen oder in den letzten zehn Jahren Raucher waren, dann ergab sich zumindest ein Nutzen für die Vitamin-E-Zufuhr: Je länger die Personen das Vitamin eingenommen hatten und je höher die Dosen waren, umso niedriger war die Prostatakrebs-Rate: Bei einer täglichen Vitamin-E-Zufuhr von 400 IU war sie etwa dreimal niedriger als ohne Vitaminpillen (1,5 versus 5 pro 1000 Personenjahre).

Einen Nutzen hatte auch die Beta-Karotin-Zufuhr bei Menschen, die sehr wenig Beta-Karotin über die Nahrung aufnahmen. Schluckten solche Menschen täglich 2 mg über Pillen, war die Prostatakrebs-Rate nur knapp halb so hoch wie ohne Vitaminzufuhr (11,2 versus 6,2 pro 1000 Patientenjahre).

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