Mamma-Karzinom

Vorteile für Sequenztherapie bei Brustkrebs

DÜSSELDORF (grue). Viele Jahre galt Tamoxifen als Standardmedikation zur adjuvanten Hormon-Therapie bei Frauen mit Brustkrebs in der Postmenopause. Inzwischen haben Aromatase-Hemmer das Therapieangebot erweitert.

Veröffentlicht: 11.04.2006, 08:00 Uhr

Bei der adjuvanten Therapie von Frauen mit hormonabhängigem Mamma-Ca werden die neuen Medikamente je nach Risikokonstellation eingesetzt: entweder von Anfang an oder nach einer Eingangstherapie mit Tamoxifen. Bei der frühen adjuvanten Sequenztherapie (FAST) erhalten die Frauen erst für zwei bis drei Jahre Tamoxifen und dann für weitere zwei bis drei Jahre einen Aromatase-Hemmer.

Für dieses Vorgehen hat nur Exemestan (Aromasin®) eine Zulassung, erinnerte Dr. Christopher Wolf aus Ulm bei einer Veranstaltung des Unternehmens Pfizer in Düsseldorf.

Krankheitsfreie Zeit wurde signifikant verlängert

Grundlage dafür waren die Ergebnisse der IES-Studie (International Exemestane Study): Frauen, die nach zwei bis drei Jahren Tamoxifen-Therapie auf Exemestan umgestellt werden, leben signifikant länger krankheitsfrei als Frauen, die fünf Jahre lang Tamoxifen erhalten.

Auch zeichnete sich in der Zwischenanalyse nach einer Beobachtungszeit von drei Jahren ein Trend zu einer höheren Gesamtüberlebensrate ab. Auch Frauen, die fünf Jahre nur einen Aromatase-Hemmer einnehmen, sind damit besser vor Rückfällen geschützt als mit Tamoxifen, belegen Studien mit Letrozol und Anastrozol.

Welche der beiden neuen Therapiestrategien günstiger ist, sei derzeit noch unklar, so Wolf. Es gebe jedoch Vorbehalte gegen eine Langzeittherapie mit Aromatase-Hemmern, weil sie die Knochendichte vermindern und so das Frakturrisiko erhöhen können. In der IES-Studie unterschied sich die Frakturrate mit Exemestan aber nicht signifikant von der mit Tamoxifen (4,8 versus 3,9 Prozent).

Zwar nehme mit Exemestan die Knochendichte in den ersten sechs Monaten ab, es könne sich aber um einen Absetzeffekt von Tamoxifen handeln, so Wolf. Später sinke die Knochendichte weniger als ein Prozent pro Jahr, der Verlust sei damit geringer als mit anderen Aromatasehemmern. Der Knochenabbau bei Frauen, die Tamoxifen gefolgt von Exemestan erhalten, entspreche in etwa dem Knochenmasse-Verlust bei gleichaltrigen gesunden Frauen, so Wolf.

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