Vorteile für Sequenztherapie bei Brustkrebs

DÜSSELDORF (grue). Viele Jahre galt Tamoxifen als Standardmedikation zur adjuvanten Hormon-Therapie bei Frauen mit Brustkrebs in der Postmenopause. Inzwischen haben Aromatase-Hemmer das Therapieangebot erweitert.

Veröffentlicht:

Bei der adjuvanten Therapie von Frauen mit hormonabhängigem Mamma-Ca werden die neuen Medikamente je nach Risikokonstellation eingesetzt: entweder von Anfang an oder nach einer Eingangstherapie mit Tamoxifen. Bei der frühen adjuvanten Sequenztherapie (FAST) erhalten die Frauen erst für zwei bis drei Jahre Tamoxifen und dann für weitere zwei bis drei Jahre einen Aromatase-Hemmer.

Für dieses Vorgehen hat nur Exemestan (Aromasin®) eine Zulassung, erinnerte Dr. Christopher Wolf aus Ulm bei einer Veranstaltung des Unternehmens Pfizer in Düsseldorf.

Krankheitsfreie Zeit wurde signifikant verlängert

Grundlage dafür waren die Ergebnisse der IES-Studie (International Exemestane Study): Frauen, die nach zwei bis drei Jahren Tamoxifen-Therapie auf Exemestan umgestellt werden, leben signifikant länger krankheitsfrei als Frauen, die fünf Jahre lang Tamoxifen erhalten.

Auch zeichnete sich in der Zwischenanalyse nach einer Beobachtungszeit von drei Jahren ein Trend zu einer höheren Gesamtüberlebensrate ab. Auch Frauen, die fünf Jahre nur einen Aromatase-Hemmer einnehmen, sind damit besser vor Rückfällen geschützt als mit Tamoxifen, belegen Studien mit Letrozol und Anastrozol.

Welche der beiden neuen Therapiestrategien günstiger ist, sei derzeit noch unklar, so Wolf. Es gebe jedoch Vorbehalte gegen eine Langzeittherapie mit Aromatase-Hemmern, weil sie die Knochendichte vermindern und so das Frakturrisiko erhöhen können. In der IES-Studie unterschied sich die Frakturrate mit Exemestan aber nicht signifikant von der mit Tamoxifen (4,8 versus 3,9 Prozent).

Zwar nehme mit Exemestan die Knochendichte in den ersten sechs Monaten ab, es könne sich aber um einen Absetzeffekt von Tamoxifen handeln, so Wolf. Später sinke die Knochendichte weniger als ein Prozent pro Jahr, der Verlust sei damit geringer als mit anderen Aromatasehemmern. Der Knochenabbau bei Frauen, die Tamoxifen gefolgt von Exemestan erhalten, entspreche in etwa dem Knochenmasse-Verlust bei gleichaltrigen gesunden Frauen, so Wolf.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Risikoadaptiert und individualisiert behandeln

Frühes Mammakarzinom: So optimieren Sie die Therapie

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe

Gemeinsamer Bundesausschuss

Zusatznutzen für mehrere Orphan Drugs

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„Unser ältester Patient ist 86!“

Erwachsen mit Mukoviszidose: Versorgung muss sich anpassen

Datenschutz im Praxisalltag

ePA 2026: Schutzlücken bleiben – wie sie im Alltag umschifft werden können

Heimkehrer

Dr. Petrakis’ Weg von Kreta an die Saar – und wieder zurück

Lesetipps
Symbol für Augenspülung und Notfall-Augenspülvorrichtung für Chemieunfälle.

© navintar / stock.adobe.com

Neue S1-Leitlinie

Verätzung am Auge: Erst spülen, und dann?

Ein älterer Mann muss stark husten und hält eine Hand auf seine Brust.

© Getty Images

Infektionsmanagement

Keuchhusten: Was bei der Behandlung Erwachsener wichtig ist