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Vulva-Ca immer häufiger diagnostiziert

In den letzten Jahren ist es zu einem Anstieg der Inzidenz der prämalignen Veränderungen der Vulva und des Vulvakarzinoms gekommen, besonders bei jüngeren Frauen.

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DÜSSELDORF (eb). Das Vulvakarzinom wurde bislang zu den seltenen Tumorerkrankungen der Frau gerechnet mit einer Gesamtinzidenz von 2,5 pro 100.000 Frauen pro Jahr und 1600 Neuerkrankungen sowie etwa 700 Todesfällen im Jahre 2004 in Deutschland.

Diese Tumorentität sei demnach fünf Mal seltener als das Zervixkarzinom (Inzidenz 12 pro 100.000 Frauen pro Jahr), hat Professor Monika Hampl, Leitende Oberärztin der Frauenklinik an der Universität Düsseldorf, zum Medica-Kongress in Düsseldorf berichtet. Das mittlere Erkrankungsalter wurde 2001 mit 67 Jahren berechnet.

In den letzten Jahren hat sich nach Angaben von Hampl jedoch ein Anstieg der Inzidenz der prämalignen Veränderungen der Vulva und des Vulvakarzinoms gezeigt, besonders bei jüngeren Frauen.

In den USA habe zwischen 1975 und 2003 ein jährlicher Anstieg der Inzidenz des Vulvakarzinoms um 0,6 Prozent verzeichnet werden können, sodass das Vulvakarzinom zu den Karzinomen mit deutlichem Anstieg der Inzidenz gezählt wird. Die derzeitige Inzidenz liegt bei 5 bis 7 pro 100.000 Frauen pro Jahr.

Zwei verschiedene Tumortypen

Die Karzinogenese des Vulvakarzinoms sei bis heute noch nicht in ihrer ganzen Komplexität geklärt, so Hampl. Es werde von zwei unterschiedlichen Tumorentitäten ausgegangen:

Einerseits das Vulvakarzinom bei jungen Frauen mit oft positivem Nachweis von humanen Papillomviren (HPV), histologisch undifferenzierten, basaloiden oder kondylomatösen Typen und nicht selten einer Kombination mit Karzinomen der Zervix und/oder des Anus oder deren Vorstufen (multizentrisches Auftreten).

Risikofaktoren für die Entstehung eines HPV-induzierten Vulvakarzinoms sind Immunsuppression (vor allem Infektion mit HIV), Einnahme von Immunsuppressiva nach Organtransplantation oder bei rheumatischen Erkrankungen, entzündliche Erkrankungen des Genitale (Herpes genitalis) und Nikotinabusus. Die Prävalenz eines HPV-DNA-Nachweises beim Vulva-Ca wird je nach Studie mit 13 bis 48 Prozent angegeben.

Bei älteren Frauen findet sich nach Angaben von Hampl vor allem ein hochdifferenziertes, malignes und zu Rezidiven neigendes Plattenepithelkarzinom, das selten mit einer HPV-Infektion vergesellschaftet ist. Zugrunde liegende Erkrankung ist hier meist ein chronischer Lichen sclerosus et atrophicus, oder es handelt sich um ein Alterskarzinom.

Plastiken und Rekonstruktion

Nach Angaben von Hampl ist an der Frauenklinik des Universitätsklinikums in Düsseldorf in den vergangenen Jahren eine Zunahme von jungen Patientinnen mit Mikrokarzinomen und invasiven Vulvakarzinomen beobachtet worden.

Diese präinvasiven oder invasiven Läsionen seien bevorzugt in der Region zwischen Klitoris und Urethra (vordere Kommissur) lokalisiert und würden wegen der unspezifischen Beschwerdesymptomatik vor allem bei jungen Patientinnen oft verspätet diagnostiziert.

Die Standardtherapie des Vulvakarzinoms besteht in der Resektion des Tumors in sano/partielle/komplette Vulvektomie und Entfernung der regionären Lymphknoten (gegebenenfalls Sentinel-LK-Entfernung).

Um die ästhetischen und funktionellen Ergebnisse vor allem für sexuell aktive und junge Frauen zu verbessern, können lokale Lappenplastiken zur Rekonstruktion der Vulva eingesetzt werden.

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