Tempo zu niedrig

WHO: Gefahr durch Masern steigt - Warnung vor Impflücken

Die Zahl der Todesfälle durch Masern ist stark zurückgegangen, aber das ist kein Zeichen der Entspannung. Zuletzt meldeten 59 Länder Ausbrüche. In Deutschland schwankt die Fallzahl sehr.

Veröffentlicht:
Während fast alle Kinder in Deustchland eine Erst-Impfung gegen Masern erhalten, erfolgt die zweite - wenn überhaupt - häufig erst nach dem zweiten Lebensjahr.

Während fast alle Kinder in Deustchland eine Erst-Impfung gegen Masern erhalten, erfolgt die zweite - wenn überhaupt - häufig erst nach dem zweiten Lebensjahr.

© [M] Olha / Stock.adobe.com

Brüssel. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet eine Ausbreitung der hochansteckenden und in seltenen Fällen tödlichen Masern. „Für große Teile der Welt läuten die Alarmglocken“, sagte Kate O’Brien, Direktorin der WHO-Impfabteilung. Der aktuelle Bericht zeigt laut WHO, dass das Tempo beim Kampf gegen Masern und Röteln trotz aller Erfolge zu niedrig ist. „Die Zahl der Toten und der Fälle ist immer noch inakzeptabel hoch“, sagte WHO-Expertin Diana Chang Blanc.

Ein großes Problem sei Desinformation im Netz, die zu Impfskepsis führe. Dies sei zwar schon lange zu beobachten, aber das Ausmaß sei neu, hieß es. Mit Sorge beobachtet die WHO auch die Auswirkungen schrumpfender Hilfsgelder für Impfkampagnen. Die Entwicklung sei umso bedauerlicher, da die seit Jahrzehnten bewährte Impfung Epidemien gut verhindern könne.

Tödlicher Verlauf droht vor allem kleinen Kindern in Afrika

Jüngst hatte Kanada seinen Status als masernfreies Land durch einen großen Ausbruch mit 5.000 dokumentierten Fällen verloren. Auch die USA kämpfen gegen eine Masern-Epidemie. Rund 1.700 Fälle wurden bislang dokumentiert, drei Menschen starben. „Tatsächlich ist in verschiedenen Teilen der USA ein Rückschritt bei den Impfungen zu verzeichnen“, sagte O’Brien. 2024 hatte es laut WHO in 59 Ländern Ausbrüche gegeben.

Tödlich verlaufe die Krankheit vor allem unter kleinen Kindern in Afrika, so die WHO. Insgesamt seien 2024 rund 11 Millionen Menschen weltweit an Masern erkrankt - das seien 800.000 mehr Fälle als vor der Corona-Pandemie.

Zahl der Fälle in Deutschland schwankt

Die Erfolge der vergangenen Jahrzehnte stünden auf dem Spiel. Aktuell gelten die Masern laut WHO in 96 Ländern als eliminiert. Die Zahl der Todesfälle von 780.000 im Jahr 2000 sei auf 95.000 im vergangenen Jahr gefallen. Dank der Impfungen seien schätzungsweise 58 Millionen Todesfälle vermieden worden, hieß es.

In Deutschland wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge in den vergangenen Jahren sehr unterschiedliche Zahlen gemeldet. 2023 lag die Zahl der Erkrankten bei 79, 2024 schnellte sie auf 645, in diesem Jahr sind bis Ende November 224 Fälle verzeichnet worden, wie das RKI auf Anfrage mitteilte. Während fast alle Kinder eine Erst-Impfung erhielten, erfolge die zweite - wenn überhaupt - häufig erst nach dem zweiten Lebensjahr. (dpa)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Sie fragen – Experten antworten

Mutter mit MS: Kind gegen MMR impfen?

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Impfungen – ob Influenza oder Reisezeit

© Springer Medizin Verlag GmbH

Impfungen – ob Influenza oder Reisezeit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Dr. Gunther Gosch ist Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin aus Magdeburg und beschäftigt sich seit vielen Jahren schwerpunktmäßig mit der Notwendigkeit von Impfungen, insbesondere bei Säuglingen und Kindern.

© Portraitfoto Dr. Gosch: © Kai Spaete, Viren: © [M] Dr_Microbe / Getty Images / iStock; Bakterien: © [M] Kateryna_Kon / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Auffrischimpfung: Polio und Pertussis vergessen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Herzinsuffizienz

HFrEF-Therapie: Was bringen Digitoxin und Vericiguat?

US-Analyse

Was Bewegung bei diesen sieben Krebsarten bringt

Lesetipps
Der Arzt bereitet die epidurale Injektion vor.

© karrastock / stock.adobe.com

Kontroverse um epidurale Injektionen

Spritzen an der Wirbelsäule: Welche Empfehlungen jetzt für die Praxis gelten