Wahl des Probiotikums bei Reizdarm je nach Symptomen

Der Stellenwert von Probiotika bei Reizdarm nimmt stetig zu. Inzwischen ist die Wirksamkeit einiger Probiotika-Stämme auch durch Studiendaten belegt.

Von Inge Kunzenbacher Veröffentlicht:
Laut aktueller S3-Leitlinie kann der Einsatz von Probiotika bei Reizdarm wirksam sein.

Laut aktueller S3-Leitlinie kann der Einsatz von Probiotika bei Reizdarm wirksam sein.

© Piotr Marcinski / Fotolia

HEIDELBERG. In der aktuellen S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom werden Probiotika zur Behandlung von Patienten mit Reizdarmsyndrom empfohlen. Welche Spezies oder welcher Stamm verabreicht wird, sollte von der Symptomatik abhängig gemacht werden.

Wie sinnvoll die Verabreichung von Probiotika bei Patienten mit Reizdarmsyndrom (RDS) ist, wird in der Ärzteschaft kontrovers gesehen. Mittlerweile gibt es zu dieser Frage aber eine Reihe von Metaanalysen und Reviews, die auf randomisierten kontrollierten Studien basieren.

In der S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom (Z Gastroenterol 2011; 49: 237) sind die Probiotika insgesamt deshalb mit dem Evidenzgrad A bewertet. Im Statement dazu heißt es: "Ausgewählte Probiotika können in der Behandlung des RDS eingesetzt werden, wobei die Wahl des Stammes nach der Symptomatik erfolgt."

Im Kommentar wird erklärt, dass differenziert betrachtet werden muss, welche probiotische Spezies, welcher Probiotikastamm bei welcher Patientengruppe wirksam ist. Dadurch werde die Materie zwar komplexer, aber auch realistischer.

Und weil für die Anwendung einzelner Probiotikaspezies und Probiotikastämme die Studienlage weniger eindeutig sei, sei auch der Evidenzgrad niedriger, so die Autoren der Leitlinie.

Zum Beispiel wurden Bifidobacterium infantis 35624, Bifidobacterium animalis ssp. Lactis DN-173010 und Lactobacillus casei Shirota beim RDS mit Schmerzen und Blähungen als vorherrschendem Symptom mit Evidenzgrad B eingestuft, beim RDS vom Obstipationstyp lässt die Studienlage für Lactobacillus casei Shirota den Evidenzgrad B, für Bifidobacterium animalis ssp. Lactis DN-173010 wie auch für E. coli Nissle 1917 den Evidenzgrad C zu.

Betont wird in der S3-Leitlinie, dass auch andere als die genannten probiotischen Stämme wirksam sein können, die evidenzbasierte Medizin könne aber nur solche nennen, für die entsprechende Studien bereits vorliegen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Darmkrebsmonat März

Darmkrebs bei Jüngeren: Wie lassen sie sich finden?

Erkenntnisse aus Studie fehlen noch

Bei Resmetirom sieht G-BA vorerst keinen Zusatznutzen

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3, 17–19]

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Frauenärztin und Aufklärerin auf Instagram

Dr. Annika Schauer: Gynfluencerin und Wies’n-Kellnerin

Lesetipps
Eine ältere Frau bekommt eine Impfung in den rechten Oberarm.

© David Pereiras / Stock.adobe.com

RCTs und Real-World-Evidenz

Wie gut die RSV-Impfung bei Erwachsenen wirkt – und ankommt