Auszeichnung

Walter Siegenthaler Preis verliehen

Forscher sind der Frage nachgegangen, wie häufig sich Ärzte bei Krebspatienten am Lebensende für eine Therapiebegrenzung entscheiden. Für ihre Studie wurden sie nun mit dem Walter Siegenthaler Preis geehrt.

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MANNHEIM / STUTTGART. Für ihre Forschungsergebnisse zum Thema Therapiebegrenzungsentscheidung (TBE) bei Krebspatienten am Lebensende ist ein Wissenschaftlerteam vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg und dem Klinikum der LMU München-Großhadern mit dem diesjährigen DMW Walter Siegenthaler Preis ausgezeichnet worden

 Erstmalig in Deutschland untersuchten die Forscher um Dr. Katja Mehlis, wie häufig und wann eine TBE dem Tod der Patienten vorausging, heißt es in einer Mitteilung zur Preisverleihung.

Mehlis und ihre Kollegen werteten die Daten von 567 Krebspatienten aus, die zwischen April und September 2012 stationär am Klinikum der Universität München behandelt wurden (Dtsch Med Wochenschr 2017; 17: e116–e123). Die Auswertung ergab, dass Ärzte bei 26 Prozent eine TBE festgelegt hatten, die auch in 90 Prozent der Fälle schriftlich dokumentiert war. Meist erfolgte die TBE jedoch erst in der letzten Lebenswoche der Patienten.

Die Studienautoren plädieren deshalb dafür, eine Therapiebegrenzung früh zu thematisieren. Es bestehe sonst die Gefahr, dass die Zeit bis zum Tod für Gespräche nicht ausreiche, um die gewünschte Versorgung zu gewährleisten, heißt es in der Mitteilung.

Die Jury des mit 5000 Euro dotierten Preises, der beim 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in Mannheim verliehen wurde, bescheinigt der Arbeit eine hohe klinische Relevanz: "Die Ergebnisse sind bereits in eine Ethikleitlinie zur Therapiebegrenzung für stationäre Patienten mit fortgeschrittener hämatologischer beziehungsweise onkologischer Erkrankung eingeflossen", wird Juryvorsitzender Professor Martin Middeke zitiert. (eb)

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