Reisemedizin

Warnung vor Chikungunya in Italien

Die EU-Seuchenbehörde berichtet über Chikungunya-Fälle in Rom und Umgebung und mahnt Vorsichtsmaßnahmen an.

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STOCKHOLM. Zwei kleine Ausbrüche von Chikungunya-Fieber in Italien beunruhigen das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC). So wurden Anfang September zehn autochthone Erkrankungen in der Stadt Anzio südlich von Rom gemeldet, berichtet die Seuchenbehörde in einem Bericht zur Risikoeinschätzung. Es sind die ersten lokalen Infektionen in Italien seit einem Ausbruch vor zehn Jahren in der Region Emilia-Romagna. Mitte September wurden zudem in Rom sechs lokale Infektionen registriert.

Weil es Erkrankungen in zwei Regionen gab und mehrere weitere Verdachtsfälle abgeklärt werden sei es sehr wahrscheinlich, dass weitere Infektionen auftreten werden, betont das ECDC. Frühe Diagnostik der Erkrankungen sei wichtig, um gezielte Maßnahmen gegen die in dieser Jahreszeit häufigen Überträgermücken Aedes albopictus einleiten zu können.

Reisende in Regionen mit Übertragungsrisiko sollten zudem zu gutem Mückenschutz angehalten werden. Treten zwei Wochen nach Rückkehr aus Infektionsgebieten Chikungunya-Symptome auf, sollten Betroffene die Erkrankung zudem ärztlich abklären lassen. Das ECDC rät außerdem, bei Reiserückkehrer aus den beiden italienischen Regionen den Ausschluss von Blutspenden zu erwägen.

Die EU-Behörde spricht sich zudem für eine Chikungunya-Surveillance in Regionen aus, in denen Aedes albopictus heimisch sind. In Deutschland sind die potenziellen Überträgermücken bisher nur vereinzelt im Oberrheintal nachgewiesen worden. Häufiger sind sie in Südfrankreich, wo es kürzlich zum ersten Mal nach drei Jahren ebenfalls wieder Chikungunya-Fälle gab. Seit August wurden in Le Cannet-des-Maures (Département Var, Region Provence-Alpes-Côte d'Azur) sieben lokale Infektionen bestätigt, weitere sieben Verdachtsfälle werden abgeklärt. Vor Ort wurden Maßnahmen zur Mückenbekämpfung eingeleitet. (eis)

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