Analgetika-Resistenz

Warum Schmerzmittel bei Pankreas-Erkrankungen nicht wirken

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MÜNCHEN. Schmerzen des Pankreas sind schwer behandelbar, da viele Schmerzmittel nicht wirken. Forscher haben nun den Grund dafür herausgefunden: Ein körpereigener Neurotransmitter liegt in den Nerven des Organs in sehr hohen Konzentrationen vor, berichtet die Technische Universität München (TUM).

Das Team um Privatdozent Dr. Dr. Ihsan Ekin Demir untersuchte Gewebeproben aus dem Pankreaskopf von 42 Patienten, die an einer chronischen Pankreatitis oder einem Pankreaskarzinom litten (EBioMedicine 2019; 46: 431-443).

In diesem Bereich ist die Nervendichte besonders hoch. Als Kontrollen dienten Gewebespenden von gesunden Personen. Die Wissenschaftler bestimmten die Menge der wichtigsten dort wirkenden Neurotransmitter.

Schmerzbotenstoffprofil erstellt

„Wir haben quasi ein Schmerzbotenstoffprofil für diesen Bereich der Bauchspeicheldrüse erstellt, dem bei der Schmerzentstehung und -wahrnehmung eine entscheidende Rolle zukommt. So lassen sich krankhafte Veränderungen gut erkennen“, wird Ekin Demir, in der TUM-Mitteilung zitiert.

Es stellte sich heraus, dass die Stickstoffmonoxid-Synthetase (nNOS) in den Nerven des untersuchten Gewebes der Patienten stark erhöht war. Das Enzym ist für die Herstellung des Botenstoffs NO verantwortlich, der unter anderem bei der Schmerzbildung eine Rolle spielt.

Insbesondere führt NO über die Bindung an seine Rezeptoren auf der Neuronenoberfläche zu einer Überaktivierung von Nervenzellen. Als das Team Extrakte aus den Patientenproben zu Nervenzellkulturen gaben, erhöhte sich in den Nervenzellen die Menge des Enzyms nNOS.

Wirkstoff wird weiter getestet

In einem Mausmodell für Pankreaserkrankungen setzten sie anschließend einen spezifischen Hemmstoff ein, der nNOS blockiert. Dieser Stoff ist bereits experimentell zugelassen, darf aber noch nicht beim Menschen eingesetzt werden, heißt es weiter in der TUM-Mitteilung.

Das Team stellte fest, dass Mäuse, die den Wirkstoff erhielten, weniger empfindlich auf Berührungen im betroffenen Bauchbereich reagierten als die Kontrolltiere.

Das Team möchte nun den neuen Wirkstoff weiter testen, um ihn künftig vielleicht als alternative Schmerztherapie für Patienten mit Krankheiten des Pankreas einsetzen zu können. (eb)

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