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Was bringen langsam wirkende Arthrose-Mittel?

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Bei milder Hüftarthrose ist Chondroitin-Effekt unklar.

Bei milder Hüftarthrose ist Chondroitin-Effekt unklar.

© Foto: Kaulitzkiwww.fotolia.de

ROTTERDAM (hub). Langsam wirksame Arthrosepräparate wie Chondroitinsulfat scheinen zumindest Patienten mit Hüftarthrose keinen Vorteil zu bringen. Diesen Schluss legt eine Studie mit 222 Patienten mit milder Coxarthrose nahe.

Die Patienten - im Mittel 64 Jahre alt - erhielten zwei Jahre lang entweder 1500 mg Chondroitinsulfat einmal täglich oder Placebo (Ann Int Med 148, 2008, 268). Nach 3, 12 und 24 Monaten wurden Schmerz, Funktion und Steifigkeit von den Patienten beurteilt, anhand des WOMAC*-Index. Dieser Index besteht für Coxarthrose aus 24 Fragen in den drei Kategorien mit je 0 bis 10 Punkten. Als klinisch bedeutsam gilt eine Abnahme des Wertes um 10 Punkte.

Die Ergebnisse nach 24 Monaten: Beim Parameter Schmerz gab es eine geringe Abnahme um 0,3 (Placebo) und 1,9 Punkte (Verum). Bei der Funktion wurden eine geringfügige Verschlechterung unter Placebo (plus 0,4 Punkte) und eine leichte Verbesserung unter Chondroitinsulfat (minus 1,7 Punkte) ermittelt. Die Veränderungen blieben somit unter den klinisch relevanten 10 Punkten.

Untersucht wurde auch die Verengung des Gelenkspalts an vier Punkten. Hierzu schreiben Dr. Rianne Rozendaal vom Erasmus-Medizin-Zentrum in Rotterdam und ihre Kollegen, dass die Messungen inkonsistent waren. Mal hatte das Verum, mal das Placebo minimale Vorteile. Eine klinisch relevante Veränderung der Breite des Gelenkspalts von 0,25 mm wurde nicht beobachtet.

Die Wissenschaftler merken an, dass die bisherige Datenlage zu langsam wirksamen Arthrosepräparaten nicht klar ist. So habe eine Metaanalyse von 15 Studien über im Mittel zwei Jahre einen moderaten positiven Effekt der Präparate auf den Arthrose-Schmerz ergeben, vorzugsweise von Glucosamin (Cochrane Review).

Ein weiterer Unterschied zu anderen Studien sei, dass nur Patienten mit Hüftarthrose untersucht wurden. Da der Wirkmechanismus von Glucosamin nicht klar sei, könnten unterschiedliche Effekte auf Hüfte und Knie nicht ausgeschlossen werden und damit auch nicht eine Wirksamkeit bei Gonarthrose.

WOMAC steht für Western Ontario Mac Master University-Index

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