Direkt zum Inhaltsbereich

Eine Kollegin fragt: Vor allem einige Hebammen und Heilpraktiker behaupten, die Adjuvanzien in Impfstoffen (vorwiegend Squalen) würden sehr häufig zu Erkrankungen wie "ALS" oder "MS" führen. Was ist davon zu halten?

Dr. Jan Leidel: Verstehen Sie das bitte nicht als Zeichen von Arroganz, aber es beginnt mich zu nerven, dass sich die Experten von der WHO und den europäischen Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention sowie vom Paul-Ehrlich- und vom Robert-Koch-Institut aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse übereinstimmend äußern und sich dann mit Meinungen von dafür eigentlich nicht speziell qualifizierten Personen auseinandersetzen müssen.

Also: Es gibt tatsächlich theoretische Überlegungen, ob potente Immunstimulanzien wie die Squalen-haltigen Adjuvanzien nicht auch unerwünschte Immunreaktionen fördern und zum Beispiel Autoimmunerkrankungen (wie ALS und MS) hervorrufen können. Ihre Formulierung "sehr häufig" bedeutet im Zusammenhang mit Schutzimpfungen mehr als einmal pro 10 Impfungen! Das findet natürlich überhaupt nicht statt. Squalen-haltige Adjuvanzien sind etwa in dem saisonalen Influenza-Impfstoff Fluad® über 40 Millionen Mal angewendet worden. Es werden mit Sicherheit unter diesen über 40 Millionen geimpften Personen auch solche sein, die zum Beispiel ein Guillain-Barré-Syndrom (GBS) entwickelt haben: von 10 Millionen Menschen erkranken binnen 6 Wochen ohne irgendeine Impfung 22 an GBS.

Genau so wird es auch Menschen unter den Geimpften geben, die an ALS oder MS erkrankt sind. Davor schützt die Impfung nicht. Aber die Krankheiten sind nach allem, was wir wissen, nicht ursächlich auf die Impfung zurückzuführen. MS oder ALS kommen unter geimpften Personen nicht häufiger vor als unter nicht geimpften. Weitere Fragen im Schweinegrippe-Forum: Chronisch kranke Kinder bevorzugt gegen impfen? Zwei Impfdosen bei Immunsuppression? Impfung nach ausgeheilter Krankheit mit Fieber? Was tun bei starker Eiweiß-Allergie? Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Neue Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Folgen einer Fehldiagnose bei Menschen mit einer Seltenen Erkrankung (SE), die angaben, dass ihre SE oder die SE einer von ihnen betreuten Person mindestens einmal falsch diagnostiziert wurde (n=4.756)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neuromyelitis-Optica-Spektrum-Erkrankungen

Weshalb das rechtzeitige Erkennen und Behandeln wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

© William / Generated with AI / Stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Raumfahrtmediziner im Porträt

Jens Jordan – ein Arzt für Weltall und Erde

Lesetipps
Dreidimensionale gerenderte Darstellung der Anatomie des menschlichen Herzens.

© PIC4U / stock.adobe.com

Schutzmechanismus entdeckt?

Warum Krebs im Herzen selten vorkommt

Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram