Weniger Arzneien bei Pneumonie mit Procalcitonin-Test

AARAU (eis). Ein Bluttest auf Procalcitonin (PCT) hilft zu klären, ob bei akuten Atemwegsinfektionen ein Antibiotikum nötig ist. Auch bei schweren Infekten lassen sich dabei mit einer PCT-gesteuerten Therapie deutlich Antibiotika einsparen, wie eine Schweizer Studie ergeben hat.

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An der Untersuchung nahmen 1359 Patienten aus den Notaufnahmen von sechs Kliniken teil (JAMA 302, 2009, 1059). Die Teilnehmer im mittleren Alter von 73 Jahren litten an unteren Atemwegsinfektionen wie ambulant erworbener Pneumonie, COPDExazerbation oder akuter Bronchitis. Nach dem Zufallsprinzip bekam die Hälfte der Patienten nach herkömmlichen Kriterien ein Antibiotikum verordnet.

Bei der anderen Hälfte wurde die Verordnung auch abhängig gemacht von einem positiven PCT-Test. Mit dem Test lässt sich ermitteln, ob eine bakterielle Infektion vorliegt. In der Interventions-Gruppe wurde zudem täglich anhand der PCT-Werte überprüft, ob eine weitere Antibiose noch nötig ist.

Ergebnis: In der Kontrollgruppe wurden die Patienten in der Regel 8,7 Tage mit Antibiotika behandelt, in der PCT-Gruppe nur 5,7 Tage. Komplikationen wie Tod, Verlegung auf die Intensivstation oder eine erneute Klinikeinweisung traten in beiden Gruppen ähnlich häufig auf: Bei 18,9 Prozent in der Kontrollgruppe und bei 15,4 Prozent in der PCT-Gruppe. In der PCT-Gruppe war zudem die Rate von Patienten mit Antibiotika-Nebenwirkungen deutlich geringer: 20 Prozent im Vergleich zu 28 Prozent (Kontrollgruppe).

Fazit: Mit der PCT-gesteuerten Therapie lassen sich ohne Nachteile für Patienten Medikamente einsparen, so die Studienautoren.

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