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INTERVIEW

"Wer nicht brennt, kann auch nicht ausbrennen"

BERLIN/BRANDENBURG. Ärzte leiden oft unter streßbedingten Erkrankungen. Für die "Ärzte Zeitung" sprach Angela Mißlbeck mit Dr. Bernd Sprenger. Der Chefarzt der Oberberg-Klinik Berlin-Brandenburg behandelt viele Ärzte.

Veröffentlicht:

Ärzte Zeitung: Mehr als jeder vierte Ihrer Patienten ist ein Kollege. Sind Ärzte besonders gefährdet, einen Burnout zu erleiden?

Sprenger: Ärzte sind sicher eine Gruppe mit besonderem Risiko. Nur engagierte Menschen brennen aus. Wer nicht brennt, kann auch nicht ausbrennen. Deshalb sind Helfer-Berufe besonders gefährdet.

Ärzte Zeitung: Warum tun sich Ärzte schwerer als andere Menschen, sich in Behandlung zu begeben?

Sprenger: Wenn man beruflich gewohnt ist, derjenige zu sein, der Hilfe gibt, und wenn man sogar in der Ausbildung lernt, eigene Bedürfnisse wie Müdigkeit oder Hunger zurückzustellen, dann ist das eine Rollenumkehr, mit der sich viele Kollegen schwer tun.

Ärzte Zeitung: Was empfehlen Sie Ärzten, um bei Dauerstreß in Praxis und Klinik dennoch gesund zu bleiben?

Sprenger: Zunächst muß analysiert werden, welche Streßfaktoren von außen und welche von innen kommen. Den meisten Menschen gelingt es, ihren Alltag umzugestalten, wenn sie es ernsthaft versuchen. Schwieriger ist der innere Teil. Dabei geht es zum Beispiel um die Ansprüche an sich selbst. Perfektionismus ist gefährlich.

Lesen Sie dazu auch: Zur Seelenmassage in die Hausarztpraxis

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