Kommentar

Wider die Kalorienlotterie

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Da bestellt man sich abends mit Käse überbackene Pasta und denkt, das wird schon nicht so viel sein. Vier Stunden später ist an Schlaf nicht zu denken, weil der Magen vor dem halben Kilo Gorgonzola kapituliert.

Ein kleiner Hinweis auf der Speisekarte wie "besonders zu empfehlen nach einem Triathlon" hätte vielleicht zu einer anderen Wahl geführt. In Deutschland jedenfalls ist es ein Glücksspiel, ob das richtige Essen auf den passenden Hunger trifft. Für dicke Menschen kann das zu einem großen Problem werden.

In den USA muss man zwar mit ähnlichen Überraschungen rechnen und bekommt mitunter das Anderthalbfache dessen auf den Tisch, was ein Mensch für einen ganzen Tag benötigt. Allerdings gibt es dort Bestrebungen, an der Kalorienlotterie in der Gastronomie etwas zu ändern.

Gute Restaurants weisen auf ihrer Karte aus, ob das Steak 100 Gramm oder ein halbes Kilo wiegt, meist hat man sogar zwischen beidem die Wahl. Fast-Food-Ketten weisen zudem den Nährwert ihrer Menüs aus - künftig sollen sie durch ein Gesetz sogar dazu gezwungen werden.

Es wird Zeit, über solche Maßnahmen auch bei uns nachzudenken. Denn auf sein Gewicht achten kann nur, wer weiß, was er vorgesetzt bekommt - und das möglichst, bevor er es auf dem Teller hat.

Lesen Sie dazu auch: Mahlzeit: Verkannte Kalorienbomben weit verbreitet

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Kommentare
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Dr. Thomas Georg Schätzler

Jeder ist, was er isst, ...

und ist auch für s e i n Essen mit verantwortlich! Denn bei aller informationellen Selbstbestimmung und dem "informed consent" über das, was in Fertignahrungen, "Convenience-Food", Pizza, Döner & Co bzw. Fast-Food von McDonalds oder B. King an Kalorienbomben stecken könnte, sind Esser und Mit-Esser erst einmal s e l b s t verantwortlich.

Nährwert-, glykämischer Index und Kalorienangaben beim Restaurantbesuch machen nur Sinn, wenn man bereit ist, schon aus optischen, ästhetischen u n d Vernunftgründen auf ein 600-Gramm-T-Bone-Steak zu verzichten. S e l b s t zu kochen, Nahrungsmittel aktiv zubereiten und zu genießen ist allemal besser, als beim "all-you-can-eat" Büffet besinnungslos zuzuschlagen.

Kalorienangaben in Restaurants alleine machen den Kohl nicht fett. Sie können m. E. keinerlei Verhaltensänderungen und Umstellung von Ernährungsgewohnheiten gerade bei denen bewirken, auf die es entscheidend ankommt. Denn wer sich bereits bewusst und Ressourcen sparend ernährt, braucht diese Angaben nicht wirklich. Er oder Sie spüren die Auswirkungen eines übermäßigen Gelages am nächsten Tag.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Katrin Koelle

Eigentlich ist es ganz einfach...

Ob Parmesan, Mozzarella oder Gorgonzola: Was mit Käse überbacken wurde, ist fett - und kalorienreich - das weiß man eigentlich. Und man sieht es übrigens auch!

Man muss nicht ernährungswissenschaftlich vorgebildet sein, um zu wissen: Wer im Restaurant Wert auf kalorienarmes und fettarmes Essen legt, der meidet am besten grundsätzlich überbackene Gerichte inklusive Pizza, Salate mit "cremigen" Soßen (außer, sie sind aus Joghurt gemixt), Fleisch mit Fettrand, Fleisch in Sahnesoßen, Pommes frites oder Desserts, die nicht zu mindestens 80 Prozent aus Früchten bestehen.

Umgekehrt sagt einem der gesunde Menschenverstand, was hinsichtlich der Nährwerte zu bevorzugen ist. Pasta zum Beispiel geht, wenn sie mit Tomatensoße und wenig Parmesan gegessen wird - sonst nicht. Steak allein macht nicht dick, egal, wie viel es wiegt. Fisch ist (fast) immer eine gute Wahl, gedünstetes Gemüse und gekochte Kartoffeln als Beilage ebenfalls. Und so weiter.

Kurz, es genügt, sich einmal ansatzweise darüber schlau zu machen, in welchen Lebensmitteln sich die meisten Fett- und Kalorienmengen verbergen. Dann braucht man keine Nährwerttabellen als Beilage zur Speisekarte und kann die Verantwortung für das, was man isst, selbst übernehmen statt sie abzugeben.


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