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Forschung

Wie Insulin im Gehirn Hunger dämpfen kann

Insulin im Gehirn aktiviert bestimmte Hirnregionen und kann so helfen, das Hungergefühl zu regulieren. Darauf deuten neue Untersuchungen von Diabetes-Forschern hin.

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MRT-Aufnahme: Intranasales Insulin steigert nachweislich die funktionalen Verbindungen in bestimmten kognitiven Hirnregionen (Default Mode Network, DMN) sowie im Hippocampus und Hypothalamus.

MRT-Aufnahme: Intranasales Insulin steigert nachweislich die funktionalen Verbindungen in bestimmten kognitiven Hirnregionen (Default Mode Network, DMN) sowie im Hippocampus und Hypothalamus.

© IDM

TÜBINGEN. Essverhalten und Hungergefühl werden von verschieden Hormonen reguliert. Eine Schlüsselrolle hat dabei das Hormon Insulin, das nicht nur im Körper, sondern auch im Gehirn aktiv ist. Bisher bekannt war, dass Insulin auf die homöostatische Region im Hypothalamus wirkt. Wissenschaftlern des Instituts für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtz Zentrum München an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, haben nun weitere Insulin-Funktionen im Gehirn entdeckt.

Den Forschern, die zum Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZF gehören), ist es dabei u. a. gelungen, den Einfluss des Hormons auf das subjektive Hungerempfinden weiter zu entschlüsseln. Ihre aktuellen Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in den Scientific Reports von Nature (doi:10.1038/s41598-017-01907-w).

Um die Wirkungsweise von Insulin besser zu verstehen, haben die Forscher gesunden jungen Erwachsenen intranasal Insulin gegeben, berichtet das (DZD). Durch die Applikation des Hormons über ein Nasenspray wird die Bluthirnschranke umgangen und das Insulin gelangt direkt ins Gehirn. In der Studie "schnupften" 25 gesunde schlanke, zehn übergewichtige und 12 adipöse Erwachsene Insulin oder das Placebo. Anschließend wurden die Hirnaktivitäten mit Magnetresonanz-Tomografie erfasst.

Das Ergebnis: Das intranasale Insulin verbesserte bei allen Studienteilnehmern die funktionalen Verbindungen in den präfrontalen Regionen des Ruhestandsnetzwerks (Default Mode Network, DMN), heißt es in dem DZD-Bericht. Diese Gruppe von Hirnregionen, werde aktiviert, wenn der Mensch ruht und keinerlei Aufgaben nachgeht. Zudem seien sie zentral für kognitive Prozesse.

Einfluss auf das Essverhalten

Diese Veränderungen im Gehirn hatten auch Einfluss auf das Essverhalten aus. Eigentlich haben Menschen mit viel viszeralem Fettgewebe auch mehr Hunger. "Bei einer durch Insulin erhöhten Konnektivität zwischen dem DMN und dem Hippocampus wird diese Verkettung zwischen Fettgewebe und dem subjektiven Hungergefühl jedoch unterdrückt", erklärt Stephanie Kullmann, Autorin der Studie, in der DZD-Mitteilung. Die Folge: Die betroffenen Teilnehmer hatten weniger Hunger nach intranasaler Insulingabe.

Außerdem beobachteten die Wissenschaftler, dass Insulin im Gehirn offenbar auch die Wirkung des Hormons im Körper verbessert. So wiesen dem DZD zufolge Studienteilnehmer mit einer durch Insulin induzierten erhöhten funktionalen Konnektivität im DMN im Körper eine höhere Insulin-Empfindlichkeit auf. v

Die verbesserte funktionelle Verbindung zwischen kognitiven und homöostatischen Regionen im Hirn könne so letztlich vielleicht dem Entstehen von Adipositas und Typ-2-Diabetes entgegenwirken, hoffen nun die Forscher. (run)

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