Kontrolle von Impferfolg

Wirksamer Impfschutz für HIV-Patienten

Wegen des Risikos schwerer Krankheitsverläufe sind Impfungen für HIV-Infizierte besonders wichtig; gegebenenfalls empfiehlt es sich, den Impferfolg zu kontrollieren.

Veröffentlicht:

MÜNCHEN. Patienten mit Immundefizienz sollten grundsätzlich einen möglichst weitreichenden Schutz durch Impfungen erhalten. Auch Lebendimpfstoffe sind nicht generell kontraindiziert: Bei HIV-Patienten können sie in Erwägung gezogen werden, wenn die Zahl der CD4-positiven T-Zellen 250/ml überschreitet (Bundesgesundheitsbl 2017: 60: 674–684). Mit Totimpfstoffen kann generell gefahrlos geimpft werden. Zu berücksichtigen ist, dass das Ansprechen auf Impfungen im Allgemeinen schlechter ist als bei HIV-negativen Patienten, das gilt vor allem bei niedrigen Helferzellzahlen, aber auch bei erfolgreicher ART.

Laut STIKO sind bei HIV-Patienten vier Indikationsimpfungen zu berücksichtigen (Epidemiol Bulletin 2017, Nr. 34):

-Die Impfung gegen Hepatitis A wird empfohlen für Personen mit einem Sexualverhalten mit erhöhtem Expositionsrisiko, etwa Männer, die Sex mit Männern haben. Laut Professor Hans-Jürgen Stellbrink vom Infektionsmedizinischen Centrum Hamburg kann es sinnvoll sein, den Impfschutz zu überprüfen und gegebenenfalls eine Auffrischimpfung vorzunehmen (MMW 2017; S2: 14–21).

-Wegen des zu erwartenden schweren Verlaufs sollen HIV-Patienten gegen Hepatitis B geimpft werden. Die erreichten Antikörpertiter müssen, je nach Titerhöhe, bis zu einmal im Jahr kontrolliert werden, so Stellbrink. Ein Impfversagen ist relativ häufig. Das resultierende Hepatitis-B-Risiko wird gesenkt, wenn die ART Tenofovir-DF enthält.

-HIV-Patienten sollen jeden Herbst eine Grippeimpfung erhalten.

-Zum Schutz vor Pneumokokken wird die sequenzielle Impfung empfohlen, zuerst mit der 13-valenten Konjugatvakzine (PCV13), danach mit der 23-valenten Polysaccharidvakzine (PSV23). -Die PSV23-Impfung soll mit einem Mindestabstand von sechs Jahren wiederholt werden.-(bs)

Schlagworte:
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps