Kontrolle von Impferfolg

Wirksamer Impfschutz für HIV-Patienten

Wegen des Risikos schwerer Krankheitsverläufe sind Impfungen für HIV-Infizierte besonders wichtig; gegebenenfalls empfiehlt es sich, den Impferfolg zu kontrollieren.

Veröffentlicht: 29.12.2017, 05:10 Uhr

MÜNCHEN. Patienten mit Immundefizienz sollten grundsätzlich einen möglichst weitreichenden Schutz durch Impfungen erhalten. Auch Lebendimpfstoffe sind nicht generell kontraindiziert: Bei HIV-Patienten können sie in Erwägung gezogen werden, wenn die Zahl der CD4-positiven T-Zellen 250/ml überschreitet (Bundesgesundheitsbl 2017: 60: 674–684). Mit Totimpfstoffen kann generell gefahrlos geimpft werden. Zu berücksichtigen ist, dass das Ansprechen auf Impfungen im Allgemeinen schlechter ist als bei HIV-negativen Patienten, das gilt vor allem bei niedrigen Helferzellzahlen, aber auch bei erfolgreicher ART.

Laut STIKO sind bei HIV-Patienten vier Indikationsimpfungen zu berücksichtigen (Epidemiol Bulletin 2017, Nr. 34):

-Die Impfung gegen Hepatitis A wird empfohlen für Personen mit einem Sexualverhalten mit erhöhtem Expositionsrisiko, etwa Männer, die Sex mit Männern haben. Laut Professor Hans-Jürgen Stellbrink vom Infektionsmedizinischen Centrum Hamburg kann es sinnvoll sein, den Impfschutz zu überprüfen und gegebenenfalls eine Auffrischimpfung vorzunehmen (MMW 2017; S2: 14–21).

-Wegen des zu erwartenden schweren Verlaufs sollen HIV-Patienten gegen Hepatitis B geimpft werden. Die erreichten Antikörpertiter müssen, je nach Titerhöhe, bis zu einmal im Jahr kontrolliert werden, so Stellbrink. Ein Impfversagen ist relativ häufig. Das resultierende Hepatitis-B-Risiko wird gesenkt, wenn die ART Tenofovir-DF enthält.

-HIV-Patienten sollen jeden Herbst eine Grippeimpfung erhalten.

-Zum Schutz vor Pneumokokken wird die sequenzielle Impfung empfohlen, zuerst mit der 13-valenten Konjugatvakzine (PCV13), danach mit der 23-valenten Polysaccharidvakzine (PSV23). -Die PSV23-Impfung soll mit einem Mindestabstand von sechs Jahren wiederholt werden.-(bs)

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