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Wurmmodell für Herzleiden

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FRANKFURT/MAIN. Ein einfaches Modell, mit dem man Substanzen zur Therapie genetisch bedingter Herzrhythmusstörungen testen könnte, haben Forscher der Universität in Frankfurt in dem Fadenwurm Caenorhabditis elegans erzeugt.

Dazu verwendete das Team um Professor Alexander Gottschalk vom Institut für Biochemie der Goethe-Universität das Fressorgan des Tieres: eine rhythmisch aktive Muskelpumpe, die den Muskelzellen des Säugerherzens ähnelt. Dies könnte ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer individuellen Therapie sein, teilt die Uni Frankfurt mit (Scientific Reports 2015; online 24. September).

Die leichte genetische Manipulierbarkeit des Fadenwurms ist hierbei sehr vorteilhaft im Vergleich zu einem Mausmodell, das sehr umständlich zu erstellen wäre, heißt es in der Mitteilung.

Um die Suche nach neuen Medikamenten zu erleichtern, haben die Forscher außerdem eine neue optische Methode entwickelt, mit der sich viele Tiere parallel analysieren lassen. Herzrhythmusstörungen sind oftmals genetischen Ursprungs. Bei Patienten mit der gleichen Form von Arrhythmie lässt sich oft auch die gleiche Mutation nachweisen.

Doch ist nicht von vornherein klar, ob andere Mutationen in demselben Gen gleiche Auswirkungen haben. Je nach Art der Mutation können die Ausprägungen der Arrhythmien auch unterschiedlich sein. Für die Therapie könnte dieses Wissen durchaus von Bedeutung sein, so die Frankfurter Universität.

Denn ein Medikament, das bei einer bestimmten Mutation besonders gut wirkt, könnte bei einer anderen weniger hilfreich sein. Forscher wünschen sich deshalb schon länger ein einfaches Modell, in dem man bestimmte genetische Defekte erzeugen und die Wirksamkeit von Substanzen testen kann. (eb)

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