Direkt zum Inhaltsbereich

Zielwerte für Blutdruck oft nicht erreicht

BOCHUM (Rö). Trotz aller Fortschritte in Diagnostik und Therapie hat maximal jeder fünfte Hypertonie-Patient in Deutschland einen Blutdruck unter 140 / 90 mmHg oder bei erhöhtem Risiko unter 130 / 80 mmHg.

Veröffentlicht:

Darauf hat der Präsident des wissenschaftlichen Kongresses der Deutschen Hochdruckliga in Bochum hingewiesen. Der Nephrologe Professor Lars-Christian Rump von der Uni Düsseldorf zitierte dazu Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung aus Deutschland mit 51 000 Diabetikern. Zwar seien 75 Prozent der Diabetiker mit Hochdruck antihypertensiv behandelt gewesen, aber nur 7,5 Prozent hätten ihren Zielwert von unter 130 / 80 mmHg erreicht.

Rump sieht vor allem zwei Gründe für die im internationalen Vergleich relativ ungünstige Situation in Deutschland. Zum einen würden die in den Praxen oft gemessenen hohen Werte nicht genügend ernst genommen und als Weißkitteleffekt fehlinterpretiert. Rump empfiehlt grundsätzlich bei der Erstdiagnose einer Hypertonie, die Verhältnisse mit einer 24-Stunden-Messung zu klären.

Der zweite Grund sei, dass bei Patienten, bei denen trotz Dreifach-Therapie und gesicherter Compliance der Blutdruck zu hoch sei, oft eine sekundäre Form vorliege: bei zehn Prozent eine Nierenerkrankung, bei sechs bis acht Prozent ein Hyperaldosteronismus.

Eine Möglichkeit, die Situation zu verbessern, sieht die Hochdruckliga in der Ausbildung von Hypertensiologen. 3000 Kollegen haben sich dazu schon qualifiziert. Voraussetzung ist eine Facharztanerkennung als Internist, Kardiologe, Nephrologe oder Allgemeinmediziner. Bisher genügt eine eintägige Fortbildung. Ab 2008 wird der Prüfung eine zwei- bis dreitägige Fortbildung vorausgehen. Auf dem Programm stehen Diagnostik, die Versorgungssituation, die medikamentöse Therapie sowie die 24-Stunden-Blutdruckmessung.

Zur Förderung der Hypertonie-Forschung in Deutschland schreibt die Hochdruckliga in diesen Tagen eine Stiftungsprofessur für Hypertensiologie aus. Das Budget wird bei 750 000 bis eine Million Euro für fünf Jahre liegen.

Mehr Informationen im Internet: www.hochdruckliga.de

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Sonderbericht

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim

Früherkennung von Bluthochdruck

Hypertonie: Wenn die Smartwatch in falscher Sicherheit wiegt

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Deutscher Rheumatologiekongress startet

Rheumatoide Arthritis: Eingreifen, bevor sie ausbricht!

Lesetipps
Eine Tafel mit digitale Ziffern und in der Mitte steht "KI"

© 3dkombinat / stock.adobe.com

Interview zum Urologie-Kongress

Wie wird KI die Urologie verändern, DGU-Präsidentin Krege?

Roboter schreibt mit einem Stift

© Shafay / Stock.adobe.com

Diagnostik, Dokumentation und Co

KI in der Medizin: Diese Limitationen sollten Ärzte im Blick haben