Direkt zum Inhaltsbereich

Ungeschützter Sex

Zika erstmals in Deutschland übertragen

Veröffentlicht:

BERLIN. Erstmals hat sich nachweislich ein Mensch in Deutschland mit dem Zika-Virus angesteckt. Eine Frau infizierte sich beim ungeschützten Sex bei ihrem Partner, der nach einem Aufenthalt in Puerto Rico erkrankt war. Das teilte das Robert Koch-Institut am Freitag in Berlin mit.

Es sei angesichts der Jahreszeit und der geografischen Lage auszuschließen, dass Mücken das Virus übertragen hätten, hieß es. Der Partner der Frau hatte sich den Angaben zufolge bis Anfang April in Puerto Rico aufgehalten und dort mit Zika angesteckt. Zum Wohnort des Paares machte das RKI auch auf Nachfrage keine Angaben. Ähnliche Fälle sind auch in anderen Ländern Europas beobachtet worden.

Bislang 49 Zika-Fälle

"Wir haben damit gerechnet, dass es früher oder später zu einer Übertragung kommen wird", sagte Christina Frank von der RKI-Abteilung für Infektionsepidemiologie am Freitag.

Die Weitergabe des Virus von einem erkrankten Reiserückkehrer an einen Sex-Partner sei hierzulande wahrscheinlicher als die Übertragung durch Stechmücken - insbesondere in dieser Jahreszeit. Fälle sexueller Übertragung seien auch in Zukunft nicht auszuschließen.

Gleichwohl sei es möglich, sich zu schützen, betonte Frank: Rückkehrern aus von Zika betroffenen Ländern werde geraten, mindestens ein halbes Jahr lang auf ungeschützten Sex mit Schwangeren zu verzichten.

Sexuelle Übertragbarkeit ein Monat lang

Bei Nicht-Schwangeren rate die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mindestens einen Monat lang nach der Rückkehr zu geschütztem Sex.Das RKI verzeichnete nach Angaben Franks seit vergangenem Herbst 49 Fälle von an Zika erkrankten Reiserückkehrern.

Hinzu kommt nun die Frau, die sich beim Sex angesteckt hat und selbst nicht verreist war.Fälle von Schwangeren, die mit einer Zika-Infektion zurückgekommen sind, seien bisher in Deutschland nicht bekannt.

Aus Slowenien wurde der Fall einer Schwangeren dokumentiert, die sich in Brasilien ansteckte und sich wegen schwerer Schädelfehlbildungen bei dem Fötus zur Abtreibung entschied.

Die sexuelle Übertragbarkeit des Virus sei "zeitlich sehr begrenzt", sagte Professorin Regine Heilbronn, Leiterin des Instituts für Virologie der Berliner Charité. "Ansteckend ist ein Patient nur in der akuten Phase der Zika-Virus-Infektion und auch noch einige Wochen bis möglicherweise Monate danach."

Selbst bei ungeschütztem Sex müsse es aber nicht zwangsläufig zu einer Infektion kommen. (dpa)

Mehr zum Thema

Seltene Erkrankungen

Primäre Immundefekte: Warnzeichen und Tipps fürs Labor

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

© Springer Medizin Verlag

Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: medac GmbH, Wedel
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Selektivvertrag und elektronische Verschreibung

Hilfsmittel: Erprobung des eRezeptes wird ausgeweitet

Lesetipps
Erreger schwirren durch die Luft.

© Grispb / Stock.adobe.com

Primäre und sekundäre Formen

Immundefekte erkennen: So klappt’s in der Praxis

Ein arzt schaut einem alten Patienten genau ins Gesicht

© Yuri Arcurs / adobe.stock.com

Leitlinie

Wie Sie Schmerzen bei Demenz-Patienten erkennen

Ein verschrumpelter roter Luftballon mit ganz wenig Luft.

© Jörg Lantelme / Stock.adobe.com

Von ungefährlich bis akut lebensbedrohlich

Leitsymptom Dyspnoe: So geht’s rasch zur richtigen Diagnose