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Zipperlein vom Blutdrucksenker

BOSTON (BS). Eine Hypertonie geht per se mit einem erhöhten Gichtrisiko einher. Zusätzlich steigern fast alle Antihypertensiva das Erkrankungsrisiko. Davon ausgenommen sind nur die Kalziumantagonisten und der AT1-Blocker Losartan.

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Gicht in der Großzehe.

Gicht in der Großzehe.

© K. Krüger, B. Manger, Merckle

Das Gichtrisiko durch Antihypertensiva wurde in einer Fall-Kontrollstudie mit 24 768 Gicht-Patienten aus britischen Allgemeinarztpraxen untersucht (BMJ 2011; 344: d8190).

Bei gut der Hälfte der Gichtkranken bestand auch ein Bluthochdruck.

Hypertoniker, die einen Kalziumantagonisten oder Losartan erhielten, entwickelten seltener eine Gicht als Hypertoniker ohne diese Medikamente (minus 13 und 19 Prozent). Das entspricht in absoluten Zahlen einem Rückgang um 60 und 86 Fälle pro 100.000 Personenjahre.

Höchstes Gichtrisiko unter Diuretika

Im Gegensatz dazu ging eine Hochdrucktherapie mit Diuretika, Betablockern, ACE-Hemmern oder anderen AT1-Rezeptorblockern mit einem erhöhten Gichtrisiko einher. Am höchsten war es unter Diuretika, nämlich mehr als doppelt so hoch.

Pro 100.000 Personenjahre wären damit 572 zusätzliche Fälle zu erwarten. Mit den anderen Substanzklassen fiel der Risikoanstieg moderater aus, mit 218, 109 und 132 zusätzlichen Fällen pro 100.000 Personenjahren (RR 1,48,1,24 und 1,29).

Die präventive Wirkung von Kalziumantagonisten lässt sich wahrscheinlich durch den Anstieg der glomerulären Filtrationsrate und die vermehrte Ausscheidung von Harnsäure erklären. Der harnsäuresenkende Effekt von Losartan wurde schon in anderen Untersuchungen als vergleichbar mit klassischen Urikosurika wie Probenecid beschrieben und setzt vermutlich am Harnsäuretransport in den Tubuluszellen an.

Anstieg der Harnsäurewerte

Andere AT1-Antagonisten und ACE-Hemmer verfügen nicht über diesen Wirkmechanismus. Diuretika erhöhen die Rückresorption von Harnsäure am proximalen Tubulus und können bereits innerhalb weniger Tage zu einem Anstieg der Harnsäurewerte führen. Mit den anderen Substanzklassen fiel der Anstieg des Gichtrisikos deutlich moderater aus.

Warum Betablocker den Harnsäurespiegel steigen lassen, ist nicht bekannt. Diese Beobachtungen könnten Konsequenzen haben für die Behandlung von Hochdruckpatienten, insbesondere wenn weitere Risikofaktoren für eine Gicht vorliegen.

"Wenn die Prävention einer Gicht relevant ist, sind Kalziumantagonisten und Losartan wahrscheinlich anderen Antihypertensiva vorzuziehen", so die Studienautoren.

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