Diabetes mellitus

Zu Hypoglykämien gibt es noch Bedarf beim Arzt-Patienten-Dialog

Nach einer Befragung von Typ-2-Diabetikern und Ärzten fehlt es Patienten an Wissen über Hypoglykämien, und es besteht noch Kommunikationsbedarf mit ihren Ärzten.

Veröffentlicht: 05.10.2010, 05:00 Uhr
Zu Hypoglykämien gibt es noch Bedarf beim Arzt-Patienten-Dialog

Beim Thema Hypoglykämien erfahren Ärzte nicht immer alles von ihren Patienten.

© Klaro

STOCKHOLM (Rö). Eine aktuelle Umfrage bei Ärzten und Typ-2-Diabetikern hat einige Defizite an den Tag gebracht.

Die Daten der Umfrage des Institutes Kantar Health mit Unterstützung des Unternehmens MSD sind bei der Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes in Stockholm in Schweden vorgestellt worden.

Von den befragten Ärzten gaben 82 Prozent an, dass sie bei jeder Konsultation ihre Patienten fragen, ob sie seit der letzten eine Hypoglykämie hatten, aber 81 Prozent der Ärzte, dass die Patienten ihnen nicht immer die Wahrheit sagen.

Umgekehrt berichten 32 Prozent der Patienten, dass sie nicht immer mit ihren Ärzten über Hypoglykämien sprechen. Sie geben dafür diese Gründe an: 27 Prozent nennen fehlende Zeit, 26 Prozent zu wenig Wissen über Hypoglykämien, 25 Prozent halten sie für unvermeidbar, 23 Prozent geben sich selbst die Schuld und 22 Prozent der Patienten glauben, dass ihr Arzt in diesem Punkt nichts für sie tun könne.

Was Diabetiker am meisten belastet, darüber gehen die Ansichten zwischen ihnen und ihren behandelnden Ärzten auseinander. Von den Ärzten glauben nur 32 Prozent, dass Hypoglykämien ein großes Problem für ihre Patienten seien. Sie sehen Injektionen mit 52 Prozent, Gewichtszunahme mit 35 Prozent und Ernährungsumstellung mit 34 Prozent kritischer. Mit 43 Prozent sind Hypoglykämien jedoch für fast jeden zweiten Patienten eine Bedrohung.

Ein Drittel der befragten Patienten gab an, dass sie wegen einer Hypoglykämie Hilfe von anderen benötigt hatten, und 17 Prozent mussten als Notfall in ein Krankenhaus gebracht werden. Immerhin hatten 37 Prozent schon eine Hypoglykämie bei der Arbeit und zwölf Prozent beim Autofahren.

Weitgehend einig waren sich Ärzte und ihre Patienten, dass der Umgang mit Hypoglykämien zu verbessern sei. So meinten 85 Prozent der Ärzte, dass es nützlich sei, mehr Informationen und Hilfsmittel über Hypoglykämien für ihre Patienten zu haben. Und gefragt, was ihre erste Aktion bei einem Patienten mit Hypoglykämien sei, zögerten 80 Prozent nicht mit der Antwort, sie würden dann die Medikation ändern.

Für die im Jahr 2010 gemachte Untersuchung waren 250 Ärzte befragt worden und 404 Typ-2-Diabetiker in Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich.

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