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Zu viele Erythrozyten als Hinweis auf Schlafapnoe

BAD REICHENHALL (wst). Fallen Patienten bei Routinetests durch einen hohen Hämatokritwert auf, sollte auch an ein Schlafapnoe-Syndrom als Ursache gedacht werden. Ebenso können nächtliche Herzrhythmusstörungen im 24-Stunden-EKG von einer schlafassoziierten Atemstörung ausgelöst werden.

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Darauf hat Dr. Bernhard Lauber vom Schlaflabor der Bad Reichenhaller Fachklinik für Erkrankungen der Atmungsorgane bei einer Klinikführung hingewiesen. Wie er bei der von Schwarz Pharma unterstützten Veranstaltung erläuterte, sinkt bei Patienten mit einem ausgeprägten Schlafapnoe-Syndrom (SAS) die Sauerstoffsättigung im Blut während der Nachtruhe immer wieder drastisch ab.

Kompensatorisch werden daher vermehrt rote Blutkörperchen gebildet. Bei Patienten mit hohen Hämatokritwerten sollte deshalb gezielt nach klassischen weiteren Hinweisen auf ein Schlafapnoe-Syndrom wie Übergewicht, unregelmäßiges Schnarchen und Tagesmüdigkeit gefahndet werden, riet Lauber. Ob tatsächlich ein SAS vorliegt, lasse sich dann durch eine somnographische Untersuchung nachweisen.

Klinisch relevante nächtliche Sauerstoffdefizite mit konsekutiv ansteigenden Hämatokritwerten sind jedoch auch ohne Atemaussetzer im Schlaf möglich, erläuterte Lauber. Denn bei adipösen Menschen kann in Rückenlage die Bauchmasse die Zwerchfell-Bewegung so stark einschränken, daß es trotz regelmäßiger Atmung zu einer alveolären Hypoventilation kommt.

Auch nächtliche Herzrhythmusstörungen, die oft zufällig im 24-Stunden-EKG gefunden werden, können ihre Ursache in Atemstörungen während des Schlafes haben, so Lauber. Liegt eine obstruktive Schlafapnoe vor, kann das Problem mit einer nächtlichen kontinuierlichen Überdruckbeatmung mit Nasenmaske (nCPAP) meist gelöst werden und das Herz schlägt wieder im Takt. Gerade Patienten, die wegen Rhythmusstörungen einen Herzschrittmacher implantiert bekommen sollen, sollten daher zuvor auf eine Schlafapnoe untersucht werden, um eine unnötige Operation zu vermeiden.

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