Zweiter Impfstoff gegen HPV ist jetzt da

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ANDECHS (sir). Zur Zervixkrebs-Prävention ist jetzt mit Cervarix® ein zweiter Impfstoff gegen humane Papillomaviren auf den Markt gekommen. Die Vakzine enthält ein Adjuvans, das eine verstärkte Immunantwort erzeugen soll.

"In der Immunologie haben Adjuvantien mehrere Aufgaben", sagte Privatdozent Andreas Kaufmann von der Charité Berlin. Adjuvantien seien dafür konzipiert, eine lang anhaltende Immunantwort, einen besseren Schutz gegen wenig immunogene Krankheitserreger und eine ausreichende Wirkung auch bei geschwächtem Immunsystem zu ermöglichen. Zudem erlauben sie Impfstoffe mit einem niedrigeren Antigengehalt, so Kaufmann auf der Einführungs-Pressekonferenz von GlaxoSmithKline in Andechs.

Zu den wenig immunogenen Krankheitserregern, die sich verbergen und sich unserem Immunsystem entziehen, zählt Kaufmann auch die humanen Papillomaviren (HPV). Diese können Zervixläsionen und letztlich Gebärmutterhalskrebs verursachen, erinnerte der Gynäkologe und Tumor-Immunologe.

Der neue Impfstoff enthält Virushüllen der HPV-Typen 16 und 18. Diese beiden Virustypen lösen etwa 70 Prozent aller Zervixkarzinome aus. Um die Impfantigene für die Immunabwehr besser sichtbar zu machen, wurde mit AS04 ein ganz neues Adjuvans entwickelt. "AS04 enthält Monophosphoryl-Lipid A, kurz MPL genannt", sagte Kaufmann. Wenn nun Antigen-präsentierende Zellen das eigentliche Impfantigen aufnähmen, so binde MPL zugleich an spezielle Rezeptoren dieser Antigen-präsentierenden Zellen.

Daten aus klinischen Studien weisen nach Angaben von Kaufmann darauf hin, dass das Adjuvans AS04 die humorale Immunantwort anhaltend erhöhen kann. So hatte sich bei den Teilnehmerinnen einer Studie nach sieben Monaten, also einen Monat nach der dritten und letzten Impfung, die Zahl der spezifischen Gedächtnis-B-Zellen gegen HPV-18 um den Faktor 2,2 erhöht, gegen HPV-16 sogar um den Faktor 3,6. Diese Tendenz sei auch nach bis zu vier Jahren noch erkennbar gewesen, hat der Kollege berichtet.

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