Zwinkern und schiefe Kopfhaltung deuten auf Schielen hin

NÜRNBERG (eim). Bleibt der berühmte Silberblick bei Kindern unbehandelt, wird das Sehvermögen dauerhaft geschädigt. Das gilt selbst für kleinste Schielwinkel. Daher ist eine Früherkennung wichtig.

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Je früher die Therapie beginnt, desto größer sind die Chancen, eine lebenslange Beeinträchtigung zu vermeiden. Eltern und Ärzte sollten daher bei Kindern auf Symptome achten, so Professor Herbert Kaufmann aus Gießen. Dazu gehörten Zukneifen des Auges, häufiges Augenzwinkern, Fehlhaltung des Kopfes, Augenzittern und schlechtes Sehvermögen.

Schielt ein Elternteil oder Geschwister, haben Kinder ein Risiko von 20 Prozent, ebenfalls zu schielen. Haben beide Eltern Strabismus, liegt es über 40 Prozent. Meist bekommen die Kinder zunächst eine Brille verordnet. Bei etwa der Hälfte der Patienten ist jedoch eine Operation unumgänglich. Damit wird allerdings nur die zugrunde liegende Störung korrigiert, nicht primär die Sehschwäche, betonte Kaufmann bei einem Kongress in Nürnberg.

Etwa drei Millionen Deutsche haben einen Strabismus, und bei mindestens der Hälfte hat sich dadurch das Sehvermögen verschlechtert. Selbst Schielwinkel unter fünf Grad - Mikrostrabismus genannt - sind kritisch.

Besonders wichtig sind Diagnose und Therapie des Schielens bei Babys über drei Monate und Kleinkindern. Denn das Sehvermögen entwickelt sich gerade in den ersten Lebensjahren. Kinder mit Strabismus sehen eigentlich Doppelbilder, blenden aber eines davon aus. Dazu schalten sie das schielende Auge ab und werden sehschwach (amblyop). Diese Sehschwäche lasse sich nach dem dritten Lebensjahr nur schlecht und nach dem fünften bis sechsten Lebensjahr meist nicht mehr rückgängig machen, so Kaufmann.

Manchmal fangen auch Erwachsenen scheinbar aus heiterem Himmel an, zu schielen. Meist jedoch bestand die Störung latent schon lange vorher und wird erst später durch einen Auslöser wie Stress offensichtlich. Darauf hat Kongresspräsident Dr. Armin Scharrer aus Fürth hingewiesen. Auch bei plötzlich eintretenden Lähmungen der Augenmuskeln kommt es zum Schielen. Folgen sind Doppelbilder, Übelkeit und Erbrechen. Ob eine Operation sinnvoll ist, klärt der Augenarzt.

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