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Idarucizumab

vollständiger, sofortiger Effekt

Mit Idarucizumab ist das erste Antidot für ein NOAK in Deutschland erhältlich. Dem selektiven "reversal agent" für Dabigatran werden noch weitere NOAK-Antidots folgen.

Veröffentlicht:

MANNHEIM. Die "reversal agents" machten die Therapie mit den neuen oralen Antikoagulanzien (NOAK) noch sicherer, so Professor Stefan Hohnloser vom Uniklinikum Frankfurt beim Kardiologenkongress in Mannheim. Die Häufigkeit von Notfalleingriffen oder Op's unter laufender oraler Antikoagulation bezifferte eine Subanalyse der RE-LY-Studie mit etwa zwölf Prozent. Darunter fielen alle möglichen Interventionen bis hin zu Augenoperationen und Zahnextraktionen.

Mit Idarucizumab (Praxbind®) , einem monoklonalen Antikörperfragment, wird die Antikoagulation sofort, vollständig und anhaltend aufgehoben. Lässt die klinische Situation es zu, kann die Antikoagulation mit Dabigatran 24 Stunden später wieder aufgenommen werden.

Die dann erreichten Thrombinzeiten entsprächen denen von vorher, berichtete Professor Harald Darius vom Vivantes Klinikum Neukölln, Berlin, bei der vom Unternehmen Boehringer Ingelheim unterstützten Veranstaltung.

RE-VERSE-AD ist eine offene noch laufende Phase-III-Studie, in die mit Dabigatran-behandelte Patienten, für die Ärzte ein spezifisches Antidot als nötig erachten, aufgenommen werden. Eine Gruppe A umfasst Patienten mit unkontrollierten Blutungen, eine Gruppe B Patienten, die notfallmäßig operiert werden müssen. Die Einschlusskriterien spiegeln die tägliche Praxis wider. Die Patienten erhalten Idarucizumab in den ersten 15 Minuten und werden anschließend über 90 Tage beobachtet.

Die Ergebnisse einer Interimsanalyse mit 90 Patienten wurden bereits publiziert. Primäre Endpunkte in beiden Gruppen waren die dilutierte Thrombinzeit (dTT) und die Ecarin-Clotting-Time (ECT). Bei beiden Gerinnungsparametern zeigte sich ein identischer Effekt, nämlich - bei einer deutlichen Verlängerung vor Gabe des Antidots - eine danach sofortige Rückführung in den Normbereich. (mb)

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