Corona-Impfung

Alle gleichzeitig impfen wird nicht gehen

Ein Impfstoff gegen das neuartige Corona-Virus ist weit und breit nicht in Sicht. Dennoch wird bereits über den Ablauf der Verteilung diskutiert. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn hat eine Priorisierung bestimmter Gruppen bei der Zuteilung von COVID-19-Impfstoffen angesprochen.

Veröffentlicht: 25.04.2020, 19:53 Uhr
 Auch Jens Spahn rechnet mit einer zunächst  nur begrenzten Verfügbarkeit eines Impfstoffs gegen das neuartige Coronavirus.

Auch Jens Spahn rechnet mit einer zunächst nur begrenzten Verfügbarkeit eines Impfstoffs gegen das neuartige Coronavirus.

© Michael Kappeler/dpa

Berlin. Mehr als 80 Impfstoffkandidaten gegen COVID-19 werden bereits getestet. Auch Deutschland ist dabei. Eine erste klinische Prüfung hat das Paul-Ehrlich-Institut zugelassen.

Gleichwohl versuchen Vertreter der Ärzteschaft und der Politik, aufkeimende Hoffnungen einzufangen. Zum einem sei mit einem zugelassenen Impfstoff wohl erst in zwischen 12 und 18 Monaten zu rechnen, zum anderen könnten die Produktionskapazitäten nicht ausreichen, den Bedarf auf einen Schlag zu befriedigen, heißt es.

Spahn setzt auf RKI-Empfehlungen

Nach der Bundesärztekammer hat nun auch Gesundheitsminister Jens Spahn eine Priorisierung bestimmter Gruppen bei der Zuteilung von COVID-19-Impfstoffen angesprochen. Er rechne mit einer nur begrenzten Verfügbarkeit eines Impfstoffs gegen das neuartige Coronavirus, sobald dieser vorliege, sagte Spahn den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“. Die Impfkommission beim Robert Koch-Institut (STIKO) solle dazu Empfehlungen erarbeiten.

„Die Produktionskapazitäten für Impfstoffe lassen es nicht zu, sofort und zeitgleich alle Bürgerinnen und Bürger mit Impfdosen zu versorgen“, sagte der Sprecher der Bundesärztekammer Samir Rabatta am Wochenende der „Ärzte Zeitung“. Insofern werde man diskutieren müssen, welchen Bevölkerungsgruppen zunächst Impfungen ermöglicht werden sollten.

Reinhardt: „Beschäftigte im Gesundheitswesen schützen“

Bereits am Freitag hatte Bundesärztekammerpräsident Dr. Klaus Reinhardt gefordert, bereits jetzt Konzepte aufzulegen, wie ein Corona-Impfstoff verteilt werden sollte. „Besonders wichtig ist es, zunächst die Beschäftigten im Gesundheitswesen zu schützen, um die gesundheitliche Versorgung sicherzustellen.“

Danach sollten Menschen zum Zuge kommen, die einer Risikogruppe angehören. Auch Spahn sprach sich dafür aus, das medizinische Personal und Risikogruppen vorzuziehen.

Als besonders von COVID-19 gefährdet gelten ältere Menschen und Menschen mit chronischen Vorerkrankungen. Das Robert Koch-Institut informiert bereits seit 2015 über mögliche Priorisierungen bei eingeschränkter Verfügbarkeit von Impfstoffen. Sie beziehen sich allerdings nicht auf eine Knappheit in einem völlig neuen Anwendungsgebiet. (af/dpa)

Mehr zum Thema

Manchester

Mann nutzt Schlange als Masken-Ersatz

Schlagworte
Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Vitamin C – ein Must-Have fürs Immunsystem

Immunmodulation

Vitamin C – ein Must-Have fürs Immunsystem

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Mammogramm: Trotz vollständiger operativer Entfernung eines DCIS ist das Risiko, langfristig an Brustkrebs zu sterben stark erhöht, - besonders hoch ist es bei jung erkrankten sowie dunkelhäutigen Frauen.

Therapiestrategie überdenken

Nach DCIS steigt brustkrebsbedingte Sterberate

Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern

Debatte um DRG in der Jugendmedizin

Bundesrat: Tabakwerbeverbot kommt – Weg frei für ePA

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden